Schulen
Entzerrung beim Schulbeginn jetzt auch in Münster

Die Idee ist nicht ganz taufrisch, doch erst jetzt trauen sich die ersten Kommunen in NRW, den Unterrichtsbeginn an Schulen zu entzerren. Der Zweck ist simpel: Die Schulbusse sollen leerer werden, um die Corona-Ansteckungsgefahr zu verringern.

Freitag, 06.11.2020, 14:23 Uhr aktualisiert: 06.11.2020, 14:32 Uhr
Stühle stehen in einem leeren Klassenzimmer auf den Tischen. Foto: Jonas Güttler

Münster/Herne (dpa/lnw) - Zur Vermeidung voller Schulbusse am Morgen entzerrt nun auch die Stadt Münster den Unterrichtsbeginn. In allen Gymnasien der Innenstadt beginnt er vom 12. November an 30 Minuten später als bisher, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Acht städtische Gymnasien - eines mitsamt einer Realschule - und die Bischöfliche Marienschule machen einer Sprecherin zufolge mit. Es gehe darum, in der Pandemie bestmöglichen Schutz zu erreichen. Vertreter aller Schulformen hätten diesen Weg in Abstimmung mit dem Krisenstab erarbeitet. Die Stadt will zunächst vier Wochen lang prüfen, wie effektiv und praktikabel die Regelung ist.

Die Stadt Herne hatte am Donnerstag ein Konzept vorgestellt, das alle weiterführenden Schulen im Stadtgebiet mittragen. Dort sollen die Schüler der Klassen fünf bis zehn vom 16. November je nach Schulform zwischen 7:45 Uhr und 8:45 Uhr kommen. Die Stadt geht davon aus, dass sich durch die Entzerrung am Morgen die Zahl der Schüler je Schulbus in etwa halbiert. Herne ist nach eigenen Angaben die bislang erste Stadt in NRW, die einen gestaffelten Unterrichtsbeginn für alle weiterführenden städtischen Schulen einführt.

Nach Angaben von Andreas Merkendorf, Leiter Fachbereich Schule und Weiterbildung der Stadt Herne, beginnen die Gymnasien und Gesamtschulen in den Klassen fünf bis sieben um 8.00 Uhr, die Klassen acht bis zehn um 8.45 Uhr. Bei den übrigen weiterführenden Schulen seien die Startzeiten 7.45 Uhr und 8.30 Uhr.

Das NRW-Schulministerium begrüßt das Vorgehen der Stadt. Man ermuntere auch andere Schulleitungen, diese Option zur Optimierung des Schulbetriebs in Corona-Zeiten noch intensiver zu nutzen, hatte das Ministerium am Donnerstagabend mitgeteilt. Das Land unterstütze dabei die Schulträger mit 1000 zusätzlichen Schulbussen. «Dadurch sollen gerade auch solche Flexibilisierungsmaßnahmen für den Unterrichtsbeginn erleichtert werden», hieß es weiter. Das Ministerium hatte bereits Anfang August einen flexiblen Unterrichtsbeginn empfohlen, den die Schulträger «in Zusammenarbeit mit den Verkehrsunternehmen» entwickeln sollten.

Anfang der Woche hatte auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) einen gestaffelten Unterrichtsbeginn gefordert. Damit werde zusätzlicher Raum fürs Abstandhalten geschaffen und der Gesundheitsschutz im ÖPNV gestärkt, hieß es in einer Mitteilung.

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