Kirche
Bistum Aachen: Vorstellung des Missbrauchgutachtens

Aachen (dpa/lnw) - Das von einer Anwaltskanzlei angefertigte Gutachten über Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im Bistum Aachen wird am Donnerstag in Aachen bei einer Online-Pressekonferenz vorgestellt. Die vom Bistum beauftragte Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl teilte am Montag in München mit, der Aachener Bischof Helmut Dieser und Generalvikar Andreas Frick seien dann anwesend. Sie erführen die Ergebnisse zeitgleich mit der Veröffentlichung.

Montag, 09.11.2020, 17:54 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 18:00 Uhr
Der Aachener Bischof Helmut Dieser. Foto: Henning Kaiser

Bischof Dieser sagte, er wünsche sich eine breite Beteiligung an der Live-Übertragung. «Ich lade alle Gläubigen unseres Bistums ein: Nehmen Sie teil!», erklärte er. Dass die heute Verantwortlichen zeitgleich mit der Öffentlichkeit das Ergebnis zur Kenntnis nähmen, unterstreiche das Anliegen einer unabhängigen Untersuchung: «Wir begutachten nicht uns selbst!», sagte er.

Im Anschluss solle das Gutachten auf der Homepage der Kanzlei veröffentlicht werden. Die Anwälte hatten seit Mitte 2019 sexuellen Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker im Bereich des Bistums im Zeitraum von 1965 bis 2019 untersucht.

Das Erzbistum Köln hatte bei derselben Kanzlei eine ähnliche Untersuchung in Auftrag gegeben. Mit dem Ergebnis ist Kardinal Rainer Maria Woelki jedoch so unzufrieden, dass er das Gutachten nicht veröffentlichen will und die Zusammenarbeit mit der Kanzlei beendet hat. Stattdessen hat er bei einem Kölner Strafrechtler ein neues Gutachten in Auftrag gegeben. Woelki betonte, es gehe ihm dabei allein um die Rechtssicherheit und die Belastbarkeit des Gutachtens und nicht etwa darum, frühere oder heutige Mitarbeiter des Erzbistums zu schonen. Die Kanzlei hat die Kritik zurückgewiesen.

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