Gesellschaft
GdP: Gewaltrisiko steigt mit Dauer des Teil-Lockdowns

Berlin (dpa) - Bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns über den laufenden Monat hinaus befürchtet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zunehmenden Frust und damit auch mehr Gewaltbereitschaft bei manchen Menschen. «Wenn die Maßnahmen über den November hinausgehen sollten, werden wir wohl keine friedlichen Weihnachten erleben», sagte der NRW-Vorsitzende der Gewerkschaft, Michael Mertens, der «Rheinischen Post» (Mittwoch). Er befürchte, dass dann bei vielen Menschen der Geduldsfaden reißen könnte. «Das wird sich nicht nur auf der Straße zeigen, sondern auch bei der häuslichen Gewalt. Damit muss man leider rechnen, weil sich viele Menschen eingesperrt und beengt fühlen. Bei dem einen oder anderen mündet das dann in aggressives Verhalten.»

Mittwoch, 11.11.2020, 06:58 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 07:12 Uhr
Michael Mertens. Foto: Roland Weihrauch

Polizisten würden schon jetzt eine zunehmende Aggressivität während ihrer Einsätze feststellen, sagte Mertens. «Immer häufiger werden meine Kollegen bei Einsätzen angespuckt. In Corona-Zeiten kommt das Anhusten dazu. Das Anhusten ist das neue Spucken. Von den Polizisten wird das als extrem bedrohlich empfunden.»

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