Landtag
Ministerin: Kein generelles Wechselmodell für Schulen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Im Streit um den Schulunterricht angesichts rasant steigender Corona-Zahlen hat NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) einem generellen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht erneut eine Absage erteilt. Erst wenn alle anderen Maßnahmen wie zum Beispiel ein zeitlich versetzter Unterrichtsbeginn ausgeschöpft seien, dann sei es «selbstverständlich», dass Schulen in ein solches Wechselmodell gehen könnten. Das sagte Gebauer am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf. Sie warf der Stadt Solingen vor, mit ihrem Schulsonderweg nur noch die Hälfte der Schüler in den Klassen unterrichten zu wollen.

Mittwoch, 11.11.2020, 12:55 Uhr aktualisiert: 11.11.2020, 13:02 Uhr
Yvonne Gebauer (FDP), Schulministerin von Nordrhein-Westfalen. Foto: Marcel Kusch

Gebauer hatte der bergischen Stadt zuvor untersagt, Klassen an den weiterführenden Schulen wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen zu halbieren und die Schüler im Wechsel daheim und in den Schulräumen zu unterrichten. Im Landtag sagte die Ministerin, sie könne es nicht allen recht machen. Die Landesregierung habe die Aufgabe, in der «Ausnahmesituation» der Corona-Pandemie den Infektionsschutz, den gesetzlichen Bildungsauftrag und das Wohl der Kinder gleichermaßen zu garantieren.

NRW-Familienminister Joachim Stamp sprang seiner FDP-Parteikollegin bei und sagte, die Bildungschancen aller Kinder in NRW müssten «vollumfänglich erhalten» bleiben. «Jeder Tag ohne Kita oder Schule ist ein verlorener Tag», sagte der stellvertretende Regierungschef in der hitzigen Debatte. «Flächendeckende Schließungen von Kitas und Schulen wird es mit uns nicht geben.»

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