Religion
Themenjahr soll jüdisches Leben in NRW sichtbar machen

Essen/Köln (dpa/lnw) - Mit einer Reihe von Projekten wollen Kulturschaffende in Nordrhein-Westfalen 2021 ein Themenjahr zum jüdischen Leben gestalten. Geplant seien Ausstellungen, Konzerte, Theatervorführungen, Workshops und Diskussionsforen, teilten die Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) am Dienstag mit. Einen Schwerpunkt bildet die Wanderausstellung «Menschen, Bilder, Orte - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland», die das MiQua, das Jüdische Museum des LVR im Archäologischen Quartier Köln, konzipiert hat. Die Schau zieht ab März von der Alten Synagoge in Essen aus durchs Land - nach Münster, Köln, Düsseldorf und Dortmund.

Dienstag, 01.12.2020, 15:23 Uhr aktualisiert: 01.12.2020, 15:32 Uhr

«Wir wollen jüdische Geschichte in Nordrhein-Westfalen sichtbar machen», sagte LVR-Direktorin Ulrike Lubek. Es bestehe zudem die Hoffnung, dass die UNESCO im Festjahr die archäologischen Grabungen im jüdischen Viertel von Köln als Welterbestätte aufnehmen könnte. Lubek: «Das wäre die Krönung!» Der LVR finanziert das Themenjahr mit 1,2 Millionen Euro, aus Westfalen-Lippe kommen 800 000 Euro.

Beispiele für weitere Veranstaltungen sind das länderübergreifende Projekt «Nicht nur Klezmer - Vielfalt erleben» rund um Gronau, der «Jüdische Kultursommer» in Dorsten oder die Schau «Jüdisch? Preußisch? Oder was?» im LWL-Preußenmuseum Münster.

Alle Veranstaltungen seien wegen der Corona-Pandemie «mit doppeltem Boden» geplant, sagte LWL-Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger. So könnten viele Formate sowohl analog als auch virtuell stattfinden.

Die Initiative, 2021 in ganz Deutschland ein Deutsch-Jüdisches Jahr zu feiern, geht auf den Kölner Verein «321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland» zurück. Er bündelt das bundesweite Programm unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Nachrichten-Ticker