Fußball
«Haben uns gefunden»: Köln trotz Negativ-Rekorden zufrieden

Am Ende des 2:2 zwischen Köln und Wolfsburg hatten alle gemischte Gefühle. Köln hat am Samstag zwei schwarze Serien ausgebaut, fühlt sich aber dennoch auf dem richtigen Weg. Wolfsburg stellte einen Startrekord auf, haderte aber wegen des vergebenen Sieges.

Samstag, 05.12.2020, 18:42 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 18:52 Uhr
Kölns Jan Thielmann (l) und der Wolfsburger Paulo Otavio versuchen den Ball zu spielen. Foto: Federico Gambarini

Köln (dpa) - Trotz zwei verspielter Führungen und zwei Negativ-Rekorden war die Stimmung beim 1. FC Köln insgesamt gut. Das 2:2 (2:1) gegen den noch ungeschlagenen VfL Wolfsburg, der einen vereinsinternen Startrekord aufstellte, sieht der FC nach dem 2:1-Coup in der Vorwoche bei Borussia Dortmund als Bestätigung des Aufwärtstrends. «Wir haben uns ein bisschen selbst gefunden», sagte U21-Nationalspieler Ismail Jakobs. Und Trainer Markus Gisdol stellte zufrieden fest: «Wir sind sicher auf einem guten Weg».

Allerdings sorgte das Remis vom Samstag auch dafür, dass der FC zwei schwarze Serien ausbaute: Zum ersten Mal in fast 49 Jahren Bundesliga haben die Kölner elf Heimspiele in Folge nicht gewonnen. Und zum ersten Mal kassierten sie in 21 Spielen in Folge mindestens ein Gegentor.

Dafür holte der FC nun aber in zwei Spielen mehr Punkte (4) als in den acht davor (3). Deshalb sagte Sportchef Horst Heldt: «Hätte mir das einer vor Dortmund gesagt, bei der Situation, die wir damals hatten, hätte ich das unterschrieben und ein festes Siegel draufgemacht.» Immerhin: Trotz der nur sieben Punkte aus zehn Spielen belegen die Kölner Rang 15, der am Saisonende die Rettung bedeuten würde.

Die Schützen der beiden Tore hatten trotz besonderer Umstände aber gemischte Gefühle. Da die beiden etatmäßigen Stürmer Sebastian Andersson und Anthony Modeste wegen Knieproblemen nicht voll einsatzfähig waren, stellte Gisdol den zentralen Mittelfeldspieler Ondrej Duda und Flügelflitzer Jan Thielmann als Doppelspitze auf. Und beide trafen. Thielmann schrieb beim 1:0 (18.) ein kurioses Stück Vereinsgeschichte, denn er war bei seinem ersten Profi-Tor mit 18 Jahren, sechs Monaten und neun Tagen exakt so alt wie der spätere Weltmeister Lukas Podolski bei seinem ersten Bundesliga-Treffer für den FC im Jahr 2003. Duda erzielte an seinem 26. Geburtstag das 2:1 (43.). Maximilian Arnold (29.) und Wout Weghorst (47.) glichen aber zweimal aus.

«Ich bin froh, dass ich getroffen habe, aber ich hätte lieber gewonnen», sagte Duda. Und auch Thielmann erklärte: «Die Gefühle sind geteilt. Ich bin froh, dass ich ein Tor gemacht habe und wir sind auch froh mit dem Punkt gegen gute Wolfsburger. Aber wir hätten gerne drei gehabt.»

Ähnlich zerrissen war Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner. «Wir wissen nicht genau, was wir mit dem Punkt anfangen sollen», sagte der Österreicher: «Wir haben gute Moral gezeigt und sind nach zehn Spielen noch ungeschlagen. Aber bei der defensiven Konsequenz müssen wir die Schrauben wieder etwas anziehen. Wir können nicht jede Woche drei, vier oder fünf Tore schießen.» In der Vorwoche hatte der VfL 5:3 gegen Werder Bremen gewonnen. Stürmer Weghorst, der im vierten Spiel in Folge traf und als dritter Wolfsburger nach Jonathan Akpoborie (1999) und Edin Dzeko (2010) nach zehn Spielen schon sieben Tore auf dem Konto hatte, schimpfte dagegen: «Wenn wir eine Spitzen-Mannschaft sind, müssen wir dieses Spiel gewinnen. Und das haben wir nicht gemacht.»

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