Prozesse
Nachbarin getötet: Neun Jahre Haft für Hausmeister

Bielefeld (dpa/lnw) - Wegen Totschlags an seiner Nachbarin hat das Landgericht Bielefeld am Montag einen 48-jährigen Mann aus Bad Oeynhausen zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Damit schlossen sich die Richter der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Die Verteidigung hatte auf sieben Jahre und vier Monate plädiert. Das Motiv der Tat blieb bis zum Schluss des Prozesses unklar. Der Deutsche hatte angegeben, von der Frau provoziert und bespuckt worden zu sein, bevor er ihr im Mai 2020 mit einem Küchenmesser den Hals durchschnitt und auf sie einstach. Die Nachbarn hatten sich erst an dem Abend kennengelernt (Az.: 1 Ks 20/20).

Montag, 07.12.2020, 14:20 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 14:33 Uhr
Ein Richterhammer auf einer Richterbank. Foto: Uli Deck

Wegen seiner Alkoholkrankheit ist der Hausmeister nach Ansicht des Gerichts vermindert schuldfähig. Er muss jetzt eine Therapie antreten, für die der 48-jährige sich selbst ausgesprochen hatte. Da das Opfer bei der Tat ebenfalls stark alkoholisiert war, glaubte das Gericht der Version des Angeklagten mit der Provokation nicht.

Nach der Tat hatte der Hausmeister selbst die Polizei gerufen und alles eingeräumt. Auch im Prozess war er geständig. Nach Aussage eines Gutachters hatte der Angeklagte bei der Tat in Bad Oeynhausen im Kreis Minden-Lübbecke 2,5 Promille Alkohol im Blut.

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