Kriminalität
Neue Razzia in Goch nach Haftbefehl gegen «Propheten»

Goch (dpa/lnw) - Rund sechs Wochen nach einer Razzia in Goch am Niederrhein und Haftbefehl gegen einen 58-Jährigen haben Ermittler die Räumlichkeit erneut durchsucht. Auf dem Gelände eines ehemaligen Klosters habe man bei der dort ansässigen Eventfirma nach weiteren Beweismitteln gesucht und mehrere digitale Datenträger und Rechner sichergestellt, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft Kleve am Montag. Diese könnten für das Verfahren Relevanz haben. Im Rahmen der laufenden Ermittlungen habe sich ein Anlass ergeben, erneut nachzusehen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Details nannte er nicht.

Montag, 07.12.2020, 16:41 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 16:52 Uhr
Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler

Bei einem Großeinsatz Mitte Oktober war die Polizei auf dem Gelände auf eine mutmaßliche Sekte gestoßen. Eine 25-Jährige wurde befreit, die dort gegen ihren Willen festgehalten worden sein soll. Ein Niederländer, der sich selbst als «Prophet» bezeichnen soll, war festgenommen worden. Wenig später wurde gegen den 58-Jährigen Haftbefehl wegen schweren sexuellen Missbrauchs erlassen.

Dem Mann wird der Missbrauch eines Kindes in den Niederlanden in zehn Fällen von 2006 bis 2008 vorgeworfen. Außerdem steht er unter Verdacht, in Goch 2019 zwei Vergewaltigungen begangen zu haben. Der Haftbefehl erging auch wegen Freiheitsberaubung einer Person.

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