Krankheiten
Sieben extreme Corona-Hotspots in NRW

Die Corona-Lage bleibt angespannt. Binnen eines Tages wurden 110 Todesfälle in NRW gemeldet. Sieben Super-Hotspots gibt es aktuell im Land. Der Städtetag hält auch Ausgangsbeschränkungen für nötig.

Dienstag, 08.12.2020, 10:24 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 10:33 Uhr
Eine Laborantin sortiert Proben. Foto: Christophe Gateau

Berlin/Düsseldorf (dpa/lnw) - Sieben Kreise und kreisfreie Städten sind aktuell extreme Corona-Hotspots in Nordrhein-Westfalen. Nach den jüngsten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag hat der Kreis Lippe mit einem Wert von 273,4 die meisten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Aber auch Hagen (249,6), Wuppertal (212,6), Duisburg (205,1), Bielefeld (204,7), Mülheim/Ruhr (203,9) und Solingen (202,8) liegen über der Schwelle von 200. Ab diesem Wochenwert hatten Bund und Länder zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verabredet.

Im Landesdurchschnitt liegt die Infektionskennziffer, also der Wert der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner, aktuell bei 146,4. Als zu erreichender Richtwert gilt weiterhin 50. Binnen eines Tages wurden von den Gesundheitsämtern in Nordrhein-Westfalen an das RKI 3489 nachgewiesene Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Toten stieg um 110 auf 4064.

Der nordrhein-westfälische Städtetag hält weitergehende Maßnahmen für erforderlich. «Dort, wo die Zahl von wöchentlichen Corona-Neuinfektionen höher als 200 pro 100 000 Einwohner ist, brauchen wir andere Maßnahmen, um die Epidemie in den Griff zu bekommen», sagte der Vorsitzende Pit Clausen der «Rheinischen Post» (Dienstag). Für diese Super-Hotspots müsse es auch begrenzte Ausgangsbeschränkungen wie in Bayern geben.

Nordrhein-Westfalen schließt eine bundesweite Verschärfung der Corona-Maßnahmen nicht aus. «Sollte sich die Gesamtlage nicht zeitnah verbessern, erscheint auch bundesweit ein noch restriktiveres Vorgehen notwendig, um die Zahl der Neuinfektionen überall deutlicher zu reduzieren», hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag in Düsseldorf erklärt.

«Dass Länder mit einem flächendeckend zusätzlich herausfordernden Infektionsgeschehen weitere Maßnahmen ergreifen, entspricht der Logik des gemeinsamen Beschlusses der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin», erläuterte er. Nordrhein-Westfalen setze weiter auf den engen Schulterschluss von Bund und Ländern.

NRW-Familienminister Joachim Stamp will sich am Dienstagmittag zur Situation in den Kitas äußern. Stamp, der auch Vize-Ministerpräsident ist, betonte zur Frage nach weiteren Maßnahmen in der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» («WAZ»/Dienstag): «Landesweite Kita- oder Schulschließungen wird es nicht geben.» SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty hatte gefordert, in Kommunen mit extrem hohen Werten sofort mit Wechselunterricht zu beginnen.

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