Kriminalität
Verdacht auf Schwarzarbeit: Zoll bei Abbruchunternehmen

Aachen (dpa/lnw) - Dem Zoll ist nach eigenen Angaben ein Schlag gegen organisierte Schwarzarbeit im Abbruchgewerbe gelungen. Mehr als 500 Einsatzkräfte von Zoll, Polizei und Steuerfahndung durchsuchten am Dienstag 49 Wohn- und Geschäftsräume, wie die Behörde mitteilte. Es habe neun Festnahmen gegeben. Einsatzort war vor allem der Raum Düren, aber auch Aachen, Herzogenrath, Alsdorf und Kerkrade.

Dienstag, 08.12.2020, 11:28 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 11:42 Uhr
Arbeiter arbeiten auf einem Dach. Foto: Paul Zinken

Hintergrund waren Ermittlungen, nach denen mindestens 25 Beschuldigte in «ein betrügerisches Firmengeflecht» im Abbruchgewerbe verstrickt sein sollen. Arbeitnehmer aus Osteuropa sollen angeworben, mit Schwarzgeld entlohnt und auf Baustellen in Deutschland eingesetzt worden sein. Die tatsächlichen Beschäftigungsverhältnisse seien in einem Netzwerk von Scheinfirmen verschleiert worden. Nach ersten Berechnung dürften Sozialversicherungsbeiträge von mehr als 2,7 Millionen Euro veruntreut und Lohnsteuer von mehr als 600 000 Euro hinterzogen worden sein, so der Zoll.

Als Kopf der Gruppe sehen die Ermittler ein 43 und 55 Jahre altes Ehepaar aus Düren an. Sie und sieben weitere Tatverdächtige - insgesamt fünf deutsche und vier rumänische Staatsangehörige - sollten am Dienstag und Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Bei den Durchsuchungen seien neben Beweismaterial auch illegale Waffen sowie gefälschte Pässe und Urkunden gefunden worden, hieß es.

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