Rassismus-Studie wird es nicht geben
Polizeihochschule soll Alltag der Polizisten untersuchen

Münster-Hiltrup -

Die Deutsche Hochschule der Polizei soll untersuchen, wie der Berufsalltag von Polizisten aussieht und wie häufig die Beamten im Job Opfer von Gewalt werden. Eine von Migrantenverbänden und Politikern mehrerer Parteien geforderte unabhängige Studie zu Rassismus, die sich nur mit der Polizei beschäftigt, soll es dagegen nicht geben.

Dienstag, 08.12.2020, 12:07 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 21:17 Uhr
Foto: Roland Weihrauch/dpa (Symbolbild)

Wie das Bundesinnenministerium am Dienstag mitteilte, sollen die Forscher der Spezialhochschule in Münster in ihrer auf drei Jahre angelegten Untersuchung auch herausfinden, was junge Menschen motiviert, sich für die Laufbahn bei der Polizei zu entscheiden. Die Daten sollen per Fragebogen, in Interviews und durch «teilnehmende Beobachtung» erhoben werden. Träger der Deutschen Hochschule der Polizei sind die Innenministerien und Innensenatoren der Länder und des Bundes.

«Ich möchte wissen, wie und an welcher Stelle wir unsere Polizistinnen und Polizisten im Alltag noch besser unterstützen können», sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Er hatte sich gegen eine Studie gestellt, die Rassismus nur in den Polizeibehörden in den Blick nimmt. Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche einen auch von seinem Ministerium mit erarbeiteten Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus verabschiedet. Dazu gehören unter anderem eine Stärkung der politischen Bildung und von Präventionsprogrammen, Kampagnen des öffentlichen Dienstes zur Anwerbung von Menschen mit Migrationshintergrund sowie ein Lagebild zu Rechtsextremismus in den Sicherheitsbehörden.

 

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