Gesundheit
Ministerium will Schließung von Monheimer Eislaufbahn

Der Streit um die Eislaufbahn vor dem Monheimer Rathaus spitzt sich erneut zu. Die Landesregierung besteht auf sofortiger Schließung, doch die Stadt will nicht.

Mittwoch, 09.12.2020, 16:39 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 16:53 Uhr
Eisläufer auf der Bahn vor dem Monheimer Rathaus. Foto: Birte Hauke

Monheim (dpa/lnw) - Das NRW-Gesundheitsministerium hat die zuständige Behörde aufgefordert, die Schließung der Monheimer Eislaufbahn anzuordnen. Es handele sich um eine Einrichtung für Freizeitaktivitäten, die laut Coronaschutzverordnung derzeit nicht betrieben werden dürfe, teilte das Ministerium am Mittwoch auf Anfrage mit. Die Eislaufbahn vor dem Rathaus Monheims sei daher sofort zu schließen und jedweder Betrieb unverzüglich einzustellen. Die zuständige Behörde sei angewiesen worden, entsprechende Maßnahmen gegen die Stadt Monheim einzuleiten. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Die Stadt teilte dagegen mit, die Eislaufbahn bleibe für Schulklassen und einzelne Familien weiterhin geöffnet. Gegen die Schließung habe man vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht geklagt. Über die Klage sei noch nicht entschieden, sie habe aber aufschiebende Wirkung. Außerdem habe man die jüngste Verbotsverfügung noch nicht erhalten. Die kostenlose Eislaufbahn sei den weiterhin geöffneten Spielplätzen gleichzustellen, so ein Sprecher der Stadt.

Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) und Landrat Thomas Hendele (CDU) hatten sich im Streit um die Bahn zuvor auf einen Kompromiss geeinigt: Zur privaten Nutzung der Monheimer Eislaufbahn waren nur noch Familien aus einem Haushalt oder zwei Kinder aus zwei Haushalten zugelassen. Vorher waren es bis zu 20 Kinder. Doch das Ministerium pocht auf Schließung der Bahn.

«Im Kern geht es weiterhin um die Frage, ob die Eislaufbahn als Freizeiteinrichtung zu werten ist, und damit in der Bewertung großen Indoor-Spielhallen und Freizeitparks gleichgesetzt wird, oder ob es nicht vielleicht doch eher ein Spielplatz oder eine Sportanlage ist, auf der Schulklassen gerade auch ihre Sportstunden verbringen», so die Stadt.

«Wir sind absolut davon überzeugt, hier alles richtig gemacht und alle Regeln eingehalten zu haben», teilte Bürgermeister Zimmermann mit. «Außerdem sind hier außerhalb des Schulsports seit letztem Freitag ja praktisch nur noch Menschen gemeinsam auf dem Eis, die sonst auch an einem Küchentisch zusammensitzen. Wir gehen davon aus, dass das rechtlich zulässig ist.»

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