Religion
Jüdische Gemeinden feiern Lichterfest im Teil-Lockdown

Dortmund (dpa/lnw) - Während die Politik über Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu Weihnachten diskutiert, bereiten sich die jüdischen Gemeinden auf massive Einschränkungen bei ihrem Lichterfest Chanukka vor. «Chanukka ist zwar kein hoher jüdischer Feiertag, wird aber von vielen Familien als jüdischer Weihnachtsersatz genutzt, was gerade für Kinder wichtig ist», sagt Alexander Sperling, Geschäftsführer des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe. Das merke er auch an seinen eigenen Kindern: «Sie wollen auch gerne ein Fest mit Lichtern und Geschenken feiern».

Donnerstag, 10.12.2020, 11:54 Uhr aktualisiert: 10.12.2020, 12:03 Uhr
Zahlreiche Menschen stehen vor einem fast acht Meter hohen Chanukka-Leuchter. Foto: Andreas Gebert

Das achttägige jüdische Lichterfest geht in diesem Jahr bis zum 18. Dezember. Wegen des Teil-Lockdowns können jüdische Familien aber nicht wie sonst zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern.

Von den Diskussionen um Lockerungen zu Weihnachten könnten Juden an Chanukka nicht profitieren. «Insgesamt finde ich bei den Besprechungen zum Lockdown die Fokussierung auf Weihnachten manchmal befremdlich», sagte Sperling. Weihnachten sei aber das Fest der Mehrheitsgesellschaft, sagte er. Um das jüdische Fest trotzdem gemeinsam feiern zu können, hätten die jüdischen Gemeinden in NRW für ihre Mitglieder Online-Angebote.

An Chanukka wird der Wiedereinweihung des zweiten Tempels gedacht. Mit jedem Tag wird jeweils eine weitere Kerze der neunarmigen Menora angezündet. Dabei wird eine Kerze zum Anzünden der anderen Kerzen verwendet. An Chanukka gibt es traditionell frittierte Lebensmittel, etwa Berliner (Sufganijot) oder Reibekuchen (Latkes).

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