Fußball
Labbadia braucht Signal gegen Schalke

Mit einer Niederlage gegen Schalke 04 würde Hertha BSC zur Lachnummer der Bundesliga. Das will Trainer Labbadia unbedingt vermeiden. Zum Jahresauftakt hoffen die Berliner nämlich sehnsüchtig auf ein Signal zum Aufbruch. Die Kehrtwende ist auch für Labbadia selbst wichtig.

Freitag, 01.01.2021, 14:18 Uhr aktualisiert: 01.01.2021, 20:32 Uhr
Hertha-Trainer Bruno Labbadia steht vor Spielbeginn an der Seitenlinie. Foto: Soeren Stache

Berlin (dpa) - Bloß keine Deppen-Angst! Bruno Labbadia lässt den Gedanken an eine Niederlage gegen das chronische Sieglos-Team von Schalke 04 gar nicht erst zu. «Ich gehe nie mit Furcht in eine Spiel rein, sondern mit Optimismus. Das sollte auch die Mannschaft machen», sagte der Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten vor dem Duell mit dem Schlusslicht um dessen neuen Trainer Christian Gross am Samstag (18.30 Uhr/Sky). «Wir wollen ins neue Jahr mit einem Sieg im Heimspiel», sagte Labbadia.

Nach den vorweihnachtlichen Enttäuschungen gegen Mainz (0:0) und Freiburg (1:4) braucht der 54-Jährige dringend ein positives Signal, um seine eigene Position wieder zu stärken. Endet der Schalker Negativlauf nach 29 Spielen ohne Sieg ausgerechnet im Olympiastadion, droht der Hertha nicht nur der Status als Bundesliga-Lachnummer.

Labbadia geriete wie Manager Michael Preetz immer mehr in Erklärungsnot, warum es in der Hauptstadt mit dem Aufschwung Richtung Europa einfach nicht gelingen mag. Das Polster auf die Abstiegsränge ist vor dem Neustart bei nur drei Punkten ohnehin viel zu dünn. «Wir haben die Chance, im Januar durchzustarten», sagte Preetz.

Zur Vorbereitung durften die Berliner am Silvestertag auf dem frisch verlegten Rasen im Olympiastadion trainieren. Das freute Labbadia. Am Neujahrstag wurde die ungewöhnliche Vorbereitung mit dem Check-in im Teamhotel fortgesetzt. Problemfelder hat der Hertha-Coach genug im Gepäck. Der Ausfall von Kapitän Dedryck Boyata passt zum bisherigen Saisonverlauf. Erneut muss Labbadia personell umplanen.

Die Hoffnung auf eine Wunderheilung über Weihnachten erfüllte sich bei dem Belgier nicht. Möglicherweise fehlt der 30-Jährige wegen seiner Stresssymptome im Fuß sogar wochenlang. Erster Ersatzmann dürfte Niklas Stark sein, der von der Sechserposition zurückbeordert wird. Den Platz im Mittelfeld kann Labbadia dann mit Vladimir Darida oder Lucas Tousart besetzen. Ganz vorne muss sich derweil zeigen, ob Jhon Cordoba nach fast zwei Monaten Zwangspause wieder ganz fit ist.

In der Offensive richten sich die Blicke besonders auf Matheus Cunha. Der Brasilianer hielt die Hertha zuletzt auf Trab: Laut Labbadia «unterirdisch» gegen Freiburg, Kurztrip in die Schweiz und dann eine Trainingspause wegen Wehwehchen am Dienstag. Der Top-Torschütze wird aber unbedingt in Bestform benötigt. «Es liegt an ihm. Wichtig, dass er sich auf seine Stärken besinnt», sagte Labbadia. Rückendeckung beim Erziehungskurs des 21-Jährigen bekommt der Coach von Manager Preetz: «Dass der Trainer ihn kritisiert, ist sein gutes Recht und gehört zu seiner Arbeit.»

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