Corona-Impfzentren öffnen Anfang Februar
Über 80-Jährige erhalten ab 18. Januar Post

Münster/Düsseldorf -

Die weiterhin alarmierenden Corona-Infektionszahlen halten den Druck auf Politiker und Mediziner hoch: Werden die richtigen Gruppen zuerst geimpft und hätte alles schneller gehen können? Gesundheitsminister Laumann sieht keine Fehler.

Montag, 04.01.2021, 16:50 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 20:23 Uhr
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Foto: Guido Kirchner

Der Corona-Impffahrplan für Nordrhein-Westfalen wird konkreter: Bis Mitte Februar erhält das Land in mehreren Lieferungen 920 000 Impf­dosen von Biontech und ­Pfizer. Damit können ins­gesamt 460 000 Menschen immunisiert werden. Die Zahl stieg zuletzt, weil nun nicht mehr bloß mit fünf Dosen pro Ampulle, sondern aufgrund von Erfahrungswerten mit 5,5 gerechnet wird. Das gab NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Montag bekannt.

Während bislang nur in ­Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft wird, soll ab dem 18. Januar auch allen etwa 90 000 Bediensteten von Krankenhäusern ein Impf­angebot gemacht werden, die Kontakt zu Covid-Pa­tienten haben. Ihre Dosen sollen größtenteils in den Kliniken vor Ort verabreicht werden.

In derselben Woche bekommen zudem Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten postalisch Impfbescheide sowie jene über 80-Jährigen, die nicht in Pflegeeinrichtungen leben. Sie ­bilden die erste Gruppe, die sich mit vorheriger Terminabsprache ab Anfang Februar in den dann geöffneten Impfzentren immunisieren lassen kann.

Prozesse laufen gut

„Da zu dieser Gruppe etwas mehr als eine Million Menschen zählen, werden die Impfungen allerdings bis Ende März an­dauern“, kündigte Laumann an. Schneller könnte es ­gehen, wenn am Mittwoch der Impfstoff von Moderna in der EU zugelassen und zeitnah geliefert wird. Auf diese Zulassung müssen auch alle über 80-Jährigen hoffen, die zwar zu Hause leben, aber nicht mobil sind. Eine Impfung in den eigenen vier Wänden ist mit dem Vakzin von ­Biontech und Pfizer aufgrund der Kühlvorschriften derzeit nicht möglich.

Bislang sind – Stand Montagmorgen – 81.300 Menschen im bevölkerungsreichsten Bundesland geimpft worden. Ein Chaos sieht Laumann nicht: „Dass der Impfstoff am Anfang knapp sein würde, war allen klar, die sich damit inten­siver beschäftigt haben. Die Prozesse laufen gut bislang. Bis wir die nächste Lieferung erhalten, werden alle erhaltenen Dosen verimpft sein.“ Angesprochen auf mögliche strategische Fehler der Bundesregierung und der EU bei der Vorbestellung des Impfstoffes, schüttelte Laumann den Kopf: „Zu dem frühen Zeitpunkt, als wir den Impfstoff bestellen mussten, war es doch richtig, nicht nur auf einen Hersteller zu setzen.“

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