Fußball
Nur 0:0 gegen Bielefeld: Hoffenheim und Hoeneß in Not

Die Minimalisten von Arminia Bielefeld haben wieder einen Punkt mehr. Am Ende hätte sogar ein Sieg herausspringen müssen für den Aufsteiger - die Lage bei Hoffenheim wird hingegen prekärer.

Samstag, 16.01.2021, 18:23 Uhr aktualisiert: 16.01.2021, 18:32 Uhr
Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß gibt Anweisungen am Spielfeldrand. Foto: Uwe Anspach

Sinsheim (dpa) - Die TSG 1899 Hoffenheim und Sebastian Hoeneß rutschen immer tiefer in die Krise - und für den Trainer wird die Situation immer ungemütlicher. Die Kraichgauer erreichten am Samstag in der Fußball-Bundesliga nur ein 0:0 gegen Arminia Bielefeld und warten weiter auf den ersten Sieg 2021. Der Europa League-Teilnehmer bewegt sich allmählich Richtung Abstiegszone. «Jeder, der erwartet, dass wir da heute ein Feuerwerk abbrennen, der hat die falsche Erwartung», sagte der 38 Jahre alte Hoeneß angesichts der Personalmisere und der ausbleibenden Punkte.

Eine Woche nach dem 0:4 auf Schalke enttäuschte seine Mannschaft erneut. Von den vergangenen sechs Spielen gewann die TSG nur eines, beim 2:1 in Mönchengladbach am 19. Dezember. Wenigstens gab's die erste Partie in dieser Saison ohne Gegentor. Gegen Hertha BSC am Dienstag und gegen den 1. FC Köln am kommenden Samstag muss Hoeneß nun liefern - wenn die Verantwortlichen um Sportchef Alexander Rosen und Mehrheitseigner Dietmar Hopp weiter Geduld zeigen.

«Ich glaube, wir sind intern sehr, sehr klar, sehr sachlich, aber deutlich», sagte Hoeneß bei der mittlerweile wöchentlichen Frage nach seinem Rückhalt im Club.

Im leeren Sinsheimer Stadion erwies sich der Aufsteiger aus Ostwestfalen erneut als Minimalist: Mit nur zehn geschossenen Toren hat das Team von Chefcoach Uwe Neuhaus nach 16 Spieltagen nun 14 Punkte gesammelt. Fast wäre den Gästen am Ende sogar noch der Siegtreffer gelungen. «Wenn man den Spielverlauf sieht, dann ärgert man sich in der Kabine, dass man nicht gewonnen hat», sagte der Ex-Hoffenheimer und Arminia-Stürmer Sven Schipplock im Sky-Interview.

Mit hörbar verstärkter Kommunikation auf dem Platz und konsequentem Pressing gingen die Hoffenheimer die Partie an. Hoeneß fehlte zwar verletzungsbedingt weiter eine ganze Mannschaft, zudem der gelbgesperrte Offensivmann Christoph Baumgartner. Dafür kehrte Nationalspieler Sebastian Rudy nach überstandener Knieblessur zurück und gehörte noch zu den Besten.

Bielefeld stemmte sich den Angriffsversuchen der TSG stoisch entgegen. Nach einer schönen Kombination zwischen Andrej Kramaric und Mijat Gacinovic hätte Munas Dabbur allerdings beinahe die Führung erzielt, scheiterte aber am starken Arminia-Keeper Stefan Ortega.

Gerade Vize-Weltmeister Kramaric versuchte aus ständig wechselnden Positionen die Offensive anzukurbeln, doch das geriet für die Gastgeber zum Geduldsspiel: diszipliniert und zweikampfstark verteidigte die Arminia ihren Strafraum.

Ohne Abwehrchef Kevin Vogt, der mit einer Handverletzung in der Kabine blieb, gingen die Hoffenheimer die zweite Halbzeit an. Diadie Samassekou schoss am Tor vorbei, sein Team tat sich aber weiterhin extrem schwer.

Die Arminia durfte in der 77. Minute noch auf einen Elfmeter hoffen, doch Schiedsrichter Marco Fritz gab ihn nach Rücksprache mit dem Videoassistenten nicht. Der eingewechselte Schipplock war nach einem Zweikampf mit Stefan Posch zu Fall gekommen. Ritsu Doan vergab kurz vor Schluss noch zwei dicke Chancen für die Bielefelder - so gesehen war Hoffenheim mit dem Remis noch gut bedient.

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