Forstwirtschaft
Waldbauern: 2020 dreimal soviel Förderung wie im Vorjahr

Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer haben dem Wald in Nordrhein-Westfalen extrem zugesetzt. Damit wieder neuer Wald entstehen kann, hat das Land Millionen bereitgestellt. Auch 2021 soll nochmal deutlich mehr Unterstützung fließen.

Samstag, 06.02.2021, 09:13 Uhr aktualisiert: 06.02.2021, 09:22 Uhr
Zurechtgesägte Baumstämme liegen wie Streichhölzer rund um einen einzelnen abgestorbenen Baum in einem Wald. Um eine weitere Ausbreitung des invasiven Borkenkäfers zu verhindern, müssen befallene Bäume gefällt werden. Foto: Lino Mirgeler

Düsseldorf (dpa/lnw) - Zur Bewältigung der dramatischen Waldschäden in Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung ihre Unterstützung für die Waldbauern im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht. So seien 2020 rund 57 Millionen Euro geflossen, bilanzierte das Landesumweltministerium auf Anfrage. 2019 hatte die Fördersumme 18,5 Millionen betragen, 2018 gingen 4 Millionen Euro an die Waldbauern.

Seit 2018 haben Stürme, Dürre und der sich infolgedessen explosionsartig vermehrende Borkenkäfer riesige Waldflächen zerstört. In den vergangenen drei Jahren sind seither allein bei der Fichte 31 Millionen Kubikmeter kaputtes Holz angefallen. Auch bei der Buche gibt es große Schäden.

Im abgelaufenen Jahr haben die Waldbesitzer und Forstwirte in NRW allein zum Ausgleich von Extremwetterschäden 3865 Anträge mit einem Gesamtvolumen von rund 65,3 Millionen gestellt. Mehr als 41,4 Millionen seien bereits bewilligt. Auch in diesem Jahr werde die Auszahlung mit hoher Priorität fortgesetzt, hieß es. So seien die Mittel für 2021 auf über 75 Millionen Euro aufgestockt worden. «Bislang standen Maßnahmen zur Schadensbewältigung und Begrenzung der Borkenkäferausbreitung im Vordergrund. In diesem Jahr rechnen wir damit, dass bereits verstärkt die Wiederbewaldung angegangen werden kann», sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ministerin hofft, dass ein anhaltend wechselhafter Winter mit feuchten und warmen Phasen hilft, die Borkenkäferpopulationen zu schwächen. «Für das neue Jahr sehe ich einen leichten Lichtblick. Denn witterungsbedingt hat sich 2020 keine dritte Käfergeneration entwickelt», so Heinen-Esser weiter. Auch wenn der Borkenkäfer nun in der Winterruhe sei, bleibe in den Wäldern viel zu tun. Jetzt sei es wichtig, befallene Bäume aus dem Wald zu holen, damit im Frühjahr weniger Käfer ausschwärmen.

Als Konzept für die Wiederbewaldung setzt Nordrhein-Westfalen auf stabile Mischwälder mit mindestens vier Baumarten, wo früher häufig Fichten in Monokultur zu finden waren.

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