Verkehr
Es wird eiskalt: Winter hat NRW fest im Griff

Der Start in die neue Woche ist für viele Menschen in NRW beschwerlich. Schnee und Eis sorgen für empfindliche Störungen bei Bus und Bahn. Auf den Autobahnen sieht es etwas besser aus.

Montag, 08.02.2021, 08:37 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 08:52 Uhr
Ein mit Raureif überzogener Baum steht auf einem schneebedeckten Feld. Foto: Patrick Pleul

Bielefeld (dpa/lnw) - Nach einer eisigen Nacht ist in vielen Städten in Nordrhein-Westfalen der öffentliche Nahverkehr weiter empfindlich gestört. Betroffen sind vor allem Westfalen und das Ruhrgebiet. «Unsere Busse bleiben im Depot», teilten etwa die Dortmunder Stadtwerke am Montagmorgen über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Die Stadtbahnlinien sollten aber zumindest auf Teilstrecken fahren. «Und dann schauen wir mal, was das Wetter mit uns macht», hieß es in der Mitteilung. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird der Winter NRW auch in den kommenden Tagen mit bis zu zweistelligen Minusgraden im Griff halten.

Am Niederrhein mussten Verkehrsbetriebe den Neustart des Busverkehrs verschieben. Die Unternehmen hatten gehofft, ab 6.45 Uhr am Montagmorgen nach und nach wieder fahren zu können. Daraus wurde nichts. «An einzelnen Standorten konnten die Fahrzeuge beim angedachten Schichtbeginn am frühen Morgen nicht einmal die Depots verlassen», teilten die Niederrheinischen Verkehrsbetriebe Niag mit.

In Münster soll wegen der weiter vereisten Straßen der Busverkehr frühestens am Mittag wieder starten. Die Stadtwerke wollten im Laufe des Vormittags entscheiden, wie es weitergeht. Bei der Bogestra in Bochum und Gelsenkirchen stehen ebenfalls alle Busse still. Zwei Stadtbahnlinien fahren nur auf Teilstrecken.

Auch Bahnreisende müssen sich weiter auf Einschränkungen einstellen. Besonders im Sauerland und im nördlichen Münsterland könne der Verkehr nicht fahren wie gewohnt, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montagmorgen. «Derzeit finden Erkundungsfahrten statt. Das heißt man schaut vor Ort, wie die Lage aussieht, ob da beispielsweise noch Bäume auf der Strecke liegen.» Ziel sei es im Laufe des Tages mehr und mehr Strecken freizugeben.

Auf der Webseite der Deutschen Bahn hieß es, dass der Nahverkehr in weiten Teilen Westfalens vorerst bis 9.00 Uhr eingestellt bleibe. Folgende Linien fallen demnach aus: RE2, RE17, RE18, RE42 sowie zahlreiche Regionalbahn- und S-Bahn-Linien.

Auf vielen Autobahnen verlief der Start in den Berufsverkehr weitgehend ruhig. «Es gab kaum Unfälle, alle waren sehr diszipliniert», sagte ein Sprecher der Polizei Münster. Die Autobahnen im Bezirk seien nach dem Schneechaos vom Wochenende weitgehend befahrbar. Es sei auf den meisten Strecken zumindest ein Fahrstreifen frei. Die Dortmunder Polizei berichtete am Morgen: «Immer mehr Stillstand auf den Straßen in und rund um Dortmund.»

Auf den Autobahnen in Westfalen gilt noch bis Montagmittag um 12.00 Uhr ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Grund dafür sind laut Autobahn Westfalen der anhaltende Schneefall sowie vereiste Fahrbahnen. Die Polizei Bielefeld berichtete von überfüllten Parkplätzen für Lastwagenfahrer an den Autobahnen. Das WDR-Verkehrsstudio meldete gegen 7.30 Uhr gerade einmal 18 Kilometer Stau auf den Autobahnen.

Mit Eisregen gepaarte Schneemassen hatten am Sonntag die nördlichen Landesteile Nordrhein-Westfalens lahmgelegt. Betroffen waren vor allem das Münsterland und Ostwestfalen. Das extreme Winterwetter bescherte der Polizei in Nordrhein-Westfalen innerhalb von 24 Stunden insgesamt 720 Einsätze.

Darunter waren von Sonntagmorgen 6.00 Uhr bis Montagmorgen 6.00 Uhr 507 witterungsbedingte Unfälle, wie ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei am Montagmorgen berichtete. Bei den Unfällen habe es einen Toten und 37 leicht verletzte Personen gegeben. Die Polizei habe zwar eine erhöhte Zahl von Einsätzen gehabt, sagte der Sprecher. «Für das, was vorher angekündigt war, ist es aber noch im Rahmen geblieben.»

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen müssen sich auch am Montag auf heftige Schneefälle und frostige Temperaturen einstellen. Spitzenreiter beim Neuschnee sei Ostwestfalen-Lippe mit bis zu zehn Zentimetern, sagte eine Meteorologin des DWD in Essen. Bis zum Nachmittag würden im restlichen Bundesland vielerorts ein bis fünf Zentimeter Neuschnee fallen. Vor allem in der Nordhälfte des Bundeslandes rechnet die Expertin bei frischem bis starkem Ostwind mit Schneeverwehungen.

Dazu bleibt es frostig, denn es strömt arktische Polarluft nach NRW. «Es wird eiskalt», sagte die Meteorologin. «So etwas habe ich in den vergangenen acht Jahren nicht gesehen.» In Ostwestfalen liegen die Temperaturen bei minus zehn Grad. Im Südwesten bleibt es ein wenig wärmer mit minus vier Grad. In der Nacht zum Dienstag sinken die Temperaturen dann sogar auf strengen Frost zwischen minus 10 und minus 15 Grad.

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