Prozesse
Im Abu Walaa-Prozess sollen Urteile kommende Woche fallen

Celle (dpa) - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Deutschland-Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Walaa, und drei Mitangeklagte werden am Mittwoch kommender Woche die Urteile erwartet. Das kündigte das Oberlandesgericht Celle am Montag an. Die Bundesanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen viereinhalb und elfeinhalb Jahren für die Männer gefordert.

Montag, 08.02.2021, 12:53 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 13:02 Uhr
Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia. Foto: Stefan Puchner

Abu Walaa und den Mitangeklagten wird vorgeworfen, junge Menschen vor allem im Ruhrgebiet und im Raum Hildesheim islamistisch radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt zu haben. Die Männer stehen wegen Unterstützung des IS und Mitgliedschaft in der Terrormiliz seit September 2017 vor Gericht. Die Urteile sind nun für den 246. Prozesstag terminiert.

Die Bundesanwaltschaft hatte sich einerseits auf einen Kronzeugen gestützt, einen jungen Mann aus Gelsenkirchen. Dieser geriet als Jugendlicher in islamistische Kreise, wandte sich später aber vom IS ab und kooperierte mit den Behörden. Eine weitere Schlüsselrolle spielten Informationen des ehemals wichtigsten V-Manns der Polizei in islamistischen Kreisen. «Murat Cem» oder «VP01» erhielt für den Terror-Prozess aber keine Aussagegenehmigung.

Die Verteidigung, die für den Iraker Abu Walaa und einen der Mitangeklagten bereits plädiert hat, hatte Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Kronzeugen sowie des Polizeispitzels geäußert und die Beweisführung vor Gericht kritisiert.

© dpa-infocom, dpa:210208-99-349609/3

Nachrichten-Ticker