Prozesse
Kölner Sängerin erneut in Türkei vor Gericht

Istanbul (dpa) - Der Prozess gegen die wegen Terrorvorwürfen verurteilte Kölner Sängerin Hozan Cane wird heute im türkischen Edirne fortgesetzt. Mit einem Urteil sei voraussichtlich nicht zu rechnen, sagte die Anwältin Canes, Newroz Akalan, der Deutschen Presse-Agentur vor der Verhandlung.

Dienstag, 09.02.2021, 02:43 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 02:52 Uhr
Die unter dem Künstlernamen Hozan Cane bekannte Kölner Sängerin schaut in die Kamera. Foto: Linda Say

Hozan Cane war kurz vor den Präsidenten- und Parlamentswahlen im Juni 2018 in Edirne festgenommen worden. Im November desselben Jahres wurde sie zu sechs Jahren und drei Monaten Haft wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation verurteilt. Im August 2020 wurde das Verfahren neu aufgerollt, nachdem das höchste Berufungsgericht das Urteil nicht bestätigt hatte.

Es gebe keine klaren Beweise für die unterstellte Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, hieß es zur Begründung. Die Anklage hatte sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen gestützt. Der Fall hatte die deutsch-türkischen Beziehungen belastet.

Hozan Cane war Anfang Oktober nach zweijähriger Haft freigekommen. Ein Gericht war der Argumentation der Verteidigung gefolgt, dass die lange Haftzeit unverhältnismäßig sei. Allerdings erhielt Cane ein Ausreiseverbot. Ihre Tochter, Gönül Örs, ist ebenfalls in der Türkei unter Terrorvorwürfen angeklagt.

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