Prozesse
21-Jährige nach Misshandlungen gestorben: Anklage erhoben

Köln (dpa/lnw) - Über mehrere Tage soll eine 21-jährige Frau in Köln von ihrem Ex-Partner und drei Mittätern brutal misshandelt worden sein - so schwer, dass sie im vergangenen Sommer an den Folgen starb. Nun hat die Kölner Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier Beschuldigte wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge am Landgericht erhoben.

Donnerstag, 25.02.2021, 11:58 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 12:12 Uhr
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener

Die Anklageschrift listet unter anderem Schläge mit einer Hundeleine, Tritte mit Arbeitsstiefeln sowie Drangsalierungen und Demütigungen auf. So sollen die Beschuldigten der Frau Verhaltensvorschriften gemacht haben. Verstieß sie dagegen, sei sie bestraft worden und habe beispielsweise den Boden ablecken müssen. Zuerst hatte die «Kölnische Rundschau» über die Anklage berichtet.

Erst als eine Freundin des Opfers die 21-Jährige vermisste und die Polizei alarmierte, wurde die Frau reglos in ihrer Wohnung gefunden, in der sie gemeinsam mit ihrem Ex-Partner wohnte. Im Krankenhaus stellten Mediziner diverse Knochenbrüche, Lungenschäden und ein akutes Nierenversagen fest. Trotz aller ärztlichen Bemühungen starb die Frau im Juli 2020, etwa zwei Monate nach den Misshandlungen.

Ein Prozesstermin steht nach Angaben eines Gerichtssprechers noch nicht fest.

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