Archäologie
Entscheidung über Welterbe für rheinischen Limes im Sommer

Bis zu 30 000 Soldaten hatten die Römer vor rund 2000 Jahren an ihrer Außengrenze am Rhein stationiert. Kastelle, Türme, Soldatenhelme und viele andere Relikte gibt es aus der Zeit. Schon dieses Jahr soll der Niedergermanische Limes Weltkulturerbe werden.

Montag, 01.03.2021, 05:42 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 05:52 Uhr
Ein Römerdarsteller reitet mit einer Maske im Museum Kalkriese. Foto: Friso Gentsch

Bonn (dpa/lnw) - Über eine Aufnahme der römischen Grenzanlagen am Rhein in das Unesco-Weltkulturerbe soll bereits in diesem Jahr entschieden werden. Ursprünglich sollte der Antrag erst 2022 behandelt werden, doch er sei vorgezogen werden, sagte Steve Bödecker vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn. Die 44. Sitzung des Welterbekomitees soll im Juni oder Juli im chinesischen Fuzhou stattfinden. Im vergangenen Jahr war das Treffen wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.

Den Antrag auf Eintragung des Niedergermanischen Limes ins Unesco-Register haben die Niederlande sowie die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gemeinsam gestellt. Federführung haben die Niederlande. In dem Gebiet waren vor etwa 2000 Jahren bis zu 30 000 Soldaten an der damaligen Außengrenze des Römischen Reichs zu Germanien stationiert. Die Grenzregion war dadurch auch ein Zentrum antiker Kultur und der Beginn der Städte im Rheinland.

Der größte Teil liegt auf NRW-Gebiet: Es sind 220 Kilometer zwischen Bonn und Kleve am damaligen Verlauf des Rheines. Weil der Fluss die Grenze war, ist es der «nasse Limes». Es ist nur ein Teil der damaligen Grenzanlagen. Bei der Sitzung des Welterbekomitees im Sommer soll auch über die Aufnahme des Donaulimes entschieden werden. Daran beteiligt sind Bayern, Österreich, die Slowakei und Ungarn.

Nach Angaben von Bödecker, der Limes-Beauftragter von Nordrhein-Westfalen ist, hatten die Antragsteller bis Ende Februar Gelegenheit, auf Fragen der Gutachter zu antworten. Das sei geschehen. «Das ist der letzte Arbeitsschritt als Antragsteller», sagte der Archäologe.

© dpa-infocom, dpa:210301-99-634583/2

Nachrichten-Ticker