Gesundheit
«Expertenrat» empfiehlt Kombi-Pack für Öffnungsschritte

Düsseldorf (dpa/lnw) - Zeitliche oder branchenspezifische Vorgaben zum Ausstieg aus dem coronabedingten Lockdown sind aus Sicht des nordrhein-westfälischen «Expertenrats Corona» nicht zielführend. Öffnungsschritte sollten stattdessen an eine neue, umfassende Kombination aus Schutzmaßnahmen vor Ort gekoppelt werden.

Montag, 01.03.2021, 17:35 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 19:31 Uhr
Ein Schild, das auf die Schutzmaskenpflicht in einem Geschäft hinweist, hängt hinter einem Gitter. Foto: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Kurz vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise legte der vor einem Jahr einberufene Expertenrat am Montag in Düsseldorf zum fünften Mal Empfehlungen vor. «Zur Einordnung der epidemischen Lage auf lokaler Ebene sollte eine Kombination an Indikatoren eingeführt werden», heißt es in der Stellungnahme. Dazu zählten: die Neuinfektionsrate, die Covid-19-Fallzahlen in der Intensivmedizin, die Zahl der freien Betten, die wöchentlichen Einlieferungen über 60-Jähriger, Möglichkeiten der Kontakt-Nachverfolgung, Ansteckungs- und Sterblichkeitsraten sowie Ausbrüche an «Hotspots».

Das aus Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen zusammengesetzte Gremien empfiehlt, Schnell- und Selbsttests zügig und massiv auszuweiten ebenso wie das Impfangebot über die bisherigen Vorrang-Gruppen hinaus. Zur Nachverfolgung der Infektionsketten seien zudem digitale Technologien zu nutzen.

«Ein Appell an Eigenverantwortung reicht nicht aus, wenn den Menschen nicht zugleich die organisatorischen, technischen und ökonomischen Mittel in die Hand gegeben werden, ihre Situation und damit auch ihr Verhalten selbst zu gestalten», heißt es in der Stellungnahme. «Die in bestimmten Szenarien durchaus nötigen restriktiven Maßnahmen entfalten nur dann ausreichende Wirksamkeit, wenn ihr Ziel klar und deutlich formuliert und ihre Effektivität geprüft und belegt wird.»

Zu der von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Anfang April 2020 einberufenen Expertengruppe gehören unter anderem der Bonner Virologe Hendrik Streeck, der frühere Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio und der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Michael Hüther.

© dpa-infocom, dpa:210301-99-644613/2

 

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