Gesundheit
Krefeld beginnt mit Lehrer-Impfungen

Krefeld macht Dampf bei der Impfung von Grundschullehrern und Kita-Beschäftigten. In einer Sonderaktion impft die Stadt am Dienstag rund 600 Personen dieser Gruppe gegen Corona mit nicht eingeplanten Dosen von Astrazeneca - sechs Tage vor dem regulären Start in NRW.

Dienstag, 02.03.2021, 15:59 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 16:12 Uhr
Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19 Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. Foto: Sven Hoppe

Krefeld (dpa/lnw) - Sechs Tage vor dem regulären Impfstart für Beschäftigte von Grundschulen und Kitas in Nordrhein-Westfalen hat die Stadt Krefeld die ersten Personen dieser Gruppe gegen das Coronavirus geimpft. «Wir wollen soviel Impfstoff wie möglich verabreichen», sagte Stadtsprecher Sebastian Peters am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Am ersten von zwei Tagen der Sonderaktion in dieser Woche wollte die Stadt am Niederrhein nach eigenen Angaben rund 600 Lehrerinnen und Lehrer sowie Angestellte von Kitas und sonstiges Personal der Einrichtungen impfen lassen. «Es hat sich gezeigt, dass genügend Impfstoff da ist. Da wollten wir pragmatische Lösungen finden», betonte Peters.

Die Sonder-Impfaktion für Grundschullehrer und Erzieher war möglich geworden, weil Krefeld kurzfristig rund 1200 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs bekam, die nicht eingeplant waren. Am Donnerstag sollen die übrigen rund 600 Dosen verwendet werden.

Das überraschende Angebot für Grundschul- und Kitabeschäftigte im Alter von unter 65 Jahren hatten die Stadtverwaltung und das Deutsche Rote Kreuz am Wochenende angekündigt. Das Impfzentrum hatte dann Schulen und Kindertagesstätten in Krefeld informiert. Gegen 13.30 Uhr begann die mehrstündige Aktion im Impfzentrum am Sprödentalplatz. Es habe reger Andrang geherrscht, berichtete Peters. «Das Feedback war sehr gut. Wir hatten sogar Schlangen vor dem Impfzentrum. Es war ein Gute-Laune-Termin. Alle waren froh, dass sie geimpft werden konnten.»

Die Stadt betonte, dass es sich um ein Zusatzangebot handele. «Keinem anderen Impfling der bisherigen Priorisierungsgruppen wird mit diesem Verfahren ein bestehender Impftermin weggenommen», sagte Sabine Hilcker, Leiterin des Krefelder Impfzentrums. Stadtdirektor Markus Schön betonte: «Es ist gut, dass wir die Kitas und Schulen Zug um Zug öffnen. Aber dann muss eben auch das Personal zügig geimpft werden.»

Mit der Aktion war Krefeld schneller als die meisten anderen NRW-Städte und Kreise. Anspruch haben neben den Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern auch weitere Beschäftigte, die regelmäßig in den Einrichtungen tätig sind. Dazu gehören beispielsweise auch Integrationshelfer, Sozialarbeiter oder Hausmeister.

Landesweit soll erst am kommenden Montag der offizielle Startschuss für die Impfung von Kita-Erziehern, Tageseltern, Lehrern, Mitarbeiter an Grund- und Förderschulen sowie Polizisten mit direktem Kontakt zu Bürgern fallen. Das hatte Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Montag angekündigt.

Auch Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) drückte beim Impfplan für die zweite Priorisierungsgruppe aufs Tempo: «Wir wollen halt einfach impfen was das Zeug hält, dass wir in dieser Frage auch weiter kommen, weil uns jetzt auch der Impfstoff zur Verfügung steht.» Krefeld ließ tags darauf schon Taten folgen.

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