Kriminalität
Prozess um Racheaktion eines Clans gestartet: Opfer fehlt

Düsseldorf (dpa/lnw) - In einem Prozess um die blutige Rache eines Familienclans ist in Düsseldorf das mutmaßliche Opfer nicht erschienen. Der Mann soll als Verräter ins Visier des Clans geraten sein, der ihn in einen Düsseldorfer Nachtclub gelockt und dort schwer verletzt haben soll. Der Prozess gegen zwei Angeklagte wegen schwerer, gefährlicher Körperverletzung begann am Dienstag dennoch am Landgericht.

Dienstag, 09.03.2021, 15:27 Uhr aktualisiert: 09.03.2021, 15:32 Uhr
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid

Beide 27 und 28 Jahre alten Männer sollen einer Großfamilie aus Essen angehören. Der Anwalt des 36-jährigen Opfers, der als Nebenkläger auftritt, teilte mit, dass sein Mandant erkrankt und zum Arzt gegangen sei.

Wie es heißt, hatte ein Mädchen den 36-jährigen 2018 zu einer Party der Großfamilie in den Nachtclub eingeladen. Dort sollen die Angeklagten ihm mit einer abgebrochenen Glasflasche mehrere Sehnen und Arterien der rechten Hand durchschnitten haben. Laut Staatsanwalt hatte der 36-Jährige zwei Clan-Mitglieder bei der Polizei belastet. Diese sollen mit der Enkeltrick-Masche Senioren betrogen haben.

Das Pärchen war vor drei Jahren festgenommen worden und ist bereits wegen Betrugs vom Landgericht Tübingen zu Haftstrafen von acht und neun Jahren verurteilt worden. Die beiden Angeklagten wollten sich zu den Vorwürfen am Dienstag nicht äußern. Das Gericht hat insgesamt vier Verhandlungstage für den Prozess vorgesehen.

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