Verkehr
«Car-Freitag»: Zahlreiche Platzverweise und Anzeigen in NRW

Am sonst eher stillen Feiertag Karfreitag trifft sich traditionell die Tuning-Szene in NRW. An vielen Treffpunkten geht die Polizei mit Kontrollen gegen Raser und Poser vor. Mehrere Fahrer müssen sich ohne ihre Autos auf den Weg nach Hause machen.

Samstag, 03.04.2021, 16:10 Uhr aktualisiert: 03.04.2021, 16:22 Uhr
Ein Polizist winkt ein getuntes Auto zur Kontrolle heraus. Foto: Roland Weihrauch

Dortmund (dpa/lnw) - Bei Sondereinsätzen der Polizei zum sogenannten «Car-Freitag» sind in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Fahrzeuge überprüft worden. In Dortmund wurden nach Polizeiangaben vom frühen Freitagnachmittag bis in die Nacht insgesamt 340 Autos und 480 Personen kontrolliert. Dabei seien 217 Platzverweise ausgesprochen und sechs Fahrzeuge sichergestellt worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Die meisten Angehörigen der Poser- und Tuningszene versammelten sich demnach an bekannten Treffpunkten wie dem Wall um die Innenstadt und am Phoenixsee.

Vermutlich aufgrund der kühlen Temperaturen seien «deutlich weniger» Angehörige der Tuning-Szene in der Innenstadt gesichtet worden als in vorigen Jahren, berichtete die Polizei Düsseldorf. Dennoch seien am Karfreitag 157 Fahrzeuge kontrolliert worden, die meisten von ihnen rund um den Corneliusplatz und die Königsallee. 17 Autos wurden demzufolge sichergestellt. Bei einer Kontrollaktion in Bonn wurden zwei Fahrer ohne Führerschein gestoppt. Von insgesamt 48 kontrollierten Fahrzeugen war bei sieben die Betriebserlaubnis durch technische Veränderungen erloschen.

Auch die Polizei im Kreis Recklinghausen nahm Kontrollen an Szenetreffpunkten vor, unter anderem in Herten, Dorsten und Bottrop. Demnach wurden 217 Fahrzeuge und 325 Personen überprüft. Gegen drei Menschen seien Strafanzeigen gestellt worden, 73 Fahrer müssen Verwarngelder wegen zu hoher Geschwindigkeiten zahlen. Wegen Erlöschens der Betriebserlaubnis stellte die Polizei vier Fahrzeuge sicher, zwei weitere wurden nach einem illegalen Rennen in Dorsten beschlagnahmt. Die Führerscheine der beiden beteiligten Fahrer im Alter von 20 und 21 Jahren wurden ebenfalls sichergestellt.

In Duisburg stoppte die Polizei 108 Raser. Bei Kontrollen in Bielefeld wurden laut Polizeiangaben in der Stadt 164 Geschwindigkeitsverstöße gemessen und weitere 314 Verstöße auf den Autobahnen. In der Innenstadt kam es durch «Poser» mit PS-starken Autos zu Ruhestörungen. Der Polizei fielen außerdem mehrere technisch veränderte Wagen auf, von denen drei sichergestellt wurden.

15 Platzverweise und 297 Verwarnungsgelder lautete die Bilanz im Kreis Unna. Hier wurden vier Strafanzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis gestellt, hinzu kamen 39 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen zu schnellen Fahrens. Einen Fahrer stoppte die Polizei in Selm mit 135 statt der erlaubten 50 Stundenkilometer. In Gelsenkirchen maß die Polizei bei einem 20 Jahre alten Autofahrer 134 Stundenkilometer. Insgesamt wurden hier 321 Fahrzeuge überprüft.

Der «Car-Freitag» gilt seit Jahren als Feiertag der Auto-Tuner und -Poser. Bereits in der Nacht vom Donnerstag auf den Karfreitag war es in Dortmund zu Ansammlungen der Szene gekommen. Die Polizei zählte dabei bis zu 400 Fahrzeuge auf dem Wall, kontrollierte 150 Autos und sprach 135 Platzverweise aus.

© dpa-infocom, dpa:210401-99-58720/6

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