Distanzunterricht nach den Ferien
Und wieder bleiben die Schulen zu

Münster/Düsseldorf -

Die Entscheidung kommt kurz vor dem Ende der Osterferien – und sie wirbelt das Leben von Schülerinnen und Schülern, deren Eltern sowie der Lehrer durcheinander. NRW kehrt wieder zurück in den Distanzunterricht, lässt nach zwei Wochen der Ferienzeit die Schultüren zu. Was bedeutet das?

Freitag, 09.04.2021, 07:00 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 10:55 Uhr
Fast schon ein gewohntes Bild: Die Klassenzimmer in den Schulen dürfen nicht betreten werden. Die Ansteckungsgefahr ist zu groß. Foto: Marijan Murat/dpa

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erklärte, dass alle Klassen und Jahrgangsstufen wieder in den Distanzunterricht zurückkehren müssen. Das bedeutet, dass das Betreten des Schulgebäudes wieder verboten ist, Unterricht nur über die erprobten Online-Programme des Landes erfolgen kann. Dies hat es bereits im Frühling 2020 gegeben und rund um den Jahreswechsel.

Was sind die Gründe?

Die Infektionszahlen steigen auch in NRW weiter an. Waren es im vergangenen Jahr und im Frühling noch eher die älteren Menschen, die schwer und häufig an dem Virus erkrankten, steigen aktuell die Zahl schwererer Verläufe auch bei jüngeren und die Infektionsrate bei Kindern und Jugendlichen deutlich. Schulministerin Gebauer sagte, sie habe am Mittwoch mit vielen Verbänden gesprochen. Auch sei bei Eltern, Schülern und Lehrern die Sorge groß. Mediziner hätten im Rahmen der Kultusministerkonferenz am Donnerstag bestätigt, dass das Infektionsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen zunehme. Aber: „Die Schulen sind keine Treiber der Pandemie“, betonte Gebauer.

Gibt es noch andere Gründe für diesen einigermaßen überraschenden Schritt?

Ja. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte Anfang der Woche erklärt, Voraussetzung für ein Öffnen der Schule sei eine regelmäßige Testmöglichkeit der Schülerinnen und Schüler. Doch dies klappt nicht. Schon am Mittwoch hatte das Ministerium Verzögerungen einräumen müssen.

Was ist mit den Abiturprüfungen?

Diese finden wie geplant statt. Auftakt sind die Prüfungen im Fach Englisch am 23. April. Für die Abschlussklassen soll es nach den Osterferien weiter Präsenzunterricht zur Vorbereitung auf die Prüfungen geben. Auch die Forderung der Gewerkschaft Bildung und Erziehung (GEW), möglicherweise aufgrund des erhöhten Infektionsgeschehens Abiturprüfungen zu kippen, ist vom Tisch. „Es findet alles so statt wie geplant“, so die Ministerin.

Gibt es bald eine Testpflicht?

Ja, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen sind. Künftig ist der Besuch der Schule an die Voraussetzung geknüpft, an wöchentlich zwei Coronaselbsttests teilgenommen zu haben und ein negatives Testergebnis vorweisen zu können. Die Testpflicht gilt für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und für sonstiges an der Schule tätiges Personal gleichermaßen. Die Pflicht zur Durchführung der Selbsttests wird für die Schülerinnen und Schüler in der Schule erfüllt. Alternativ ist möglich, die negative Testung durch eine Teststelle nachzuweisen (Bürgertest), die höchstens 48 Stunden zurückliegt.

Wie lang bleiben die Schulen geschlossen?

Vorerst bis zum 16. April. Ob es dann wieder eine Rückkehr in den Wechselunterricht geben kann, hängt von zwei Faktoren ab: Zum einen sollten und müssen dann die Tests an den Schulen vorhanden und die Lieferprobleme behoben sein. Zum anderen dürfte es vom Infektionsgeschehen abhängen. Zuletzt hatten sich vor allem Kinder und Jugendliche mit der britischen Mutante des Virus angesteckt. Experten sehen aber bereits heute große Defizite beim Wissen und der sozialen Entwicklung der Heranwachsenden durch das Fehlen der Präsenz­schultage.

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