14 Kommunen in NRW
Modellregionen für Öffnungen: Münsterland darf auf Café-Besuch hoffen

Düsseldorf -

Das Land NRW hat in einer Pressekonferenz am Freitag 14 Modellregionen benannt, die in einem zweistufigen Verfahren am 19. und 26. April schrittweise Teile des öffentlichen Lebens wiederbeleben dürfen. Welche Bereiche das sein werden, das gilt es nun in Rücksprache mit den jeweiligen Kommunen zu sondieren.

Freitag, 09.04.2021, 18:08 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 21:20 Uhr
Möglicherweise darf in einigen Modellregionen in NRW die Außengastronomie wieder öffnen. Gäste müssen allerdings einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen. Foto: dpa Foto: Matthias Bein

Der Besuch eines Fußballspiels? Ein Cappuccino auf der Terrasse des Lieblingscafés? Gut möglich, dass das in einigen NRW-Kommunen bald möglich sein wird. In einem zweistufigen Verfahren wird das Land in den kommenden Wochen 14 ausgewählten Städten und Kommunen erlauben, unter strengen Auflagen zeitlich befristete Modellprojekte zur Öffnung des öffentlichen Lebens zu erproben.

 Ab dem 19. April werden in Münster, den Kreisen Coesfeld und Warendorf, in Ahaus, in Mönchengladbach, dem Kreis und der Stadt Paderborn sowie dem Kreis Soest mit den Städten Soest und Lippstadt bestimmte Bereiche aus Kultur, Freizeit, Sport und Gastronomie mit einem strengen Testkonzept wieder hochgefahren. Ab dem 26. April folgen Projekte unter anderem im Kreis Düren sowie den Städten Hamm, Köln, Krefeld, Lennestadt und Siegen.

Vorgesehene Zahl der Kommunen wurde angehoben

Die „große Zahl an wohlüberlegten und qualitativ hochwertigen Bewerbungen“ habe Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) und das Auswahlgremium bewogen, die vorgesehene Zahl von sechs bis acht Modellkommunen nach oben zu korrigieren. Das Ergebnis ist das gestern vorgestellte Zwei-Stufen-Verfahren. Insgesamt habe es 46 Einreichungen aus allen Teilen Westfalens gegeben.

Detaillierte Parameter, die zur Auswahl der 14 Modellprojekte geführt haben, nannte der Minister nicht. Im Fall des Kreises Warendorf, in dem frühzeitig digitale Hilfsmittel wie die Luca-App und die Software Sormas genutzt wurden, dürfte die digitale Vorreiterrolle relevant gewesen sein. Die ausgewählten Städte und Kommunen selbst wussten offenbar nicht, dass ihnen begrenzte Freiheiten gewährt werden sollen.

 Unklar bleibt auch, welche der zuvor eingereichten Projekte tatsächlich umgesetzt werden dürfen. Die Details müssen nun in Abstimmung mit der Landesregierung konkretisiert werden. In Warendorf denkt man beispielsweise über die Öffnung von Freibädern nach, in Münster sollen unter anderem Geschäfte und Außengastronomie geöffnet werden.

Welche Corona-Regeln in NRW seit Montag (29.3.) gelten

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  • Corona 1

    Nordrhein-Westfalen zieht infolge der dritten Corona-Welle wieder die Zügel an. Aber die vereinbarte Notbremse wird sogleich wieder gelockert: Im verschärften Lockdown gibt es diesmal Ausnahmen - und zwar für Menschen mit negativem Schnelltest. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt von Montag (29.3.) bis 18. April - die aktuellen Regelungen im Überblick.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Öffnungen bei Test-Option:

    Mit einem negativen Test könnten die Menschen in den betroffenen Kreisen und Städten – mit einer Inzidenz über 100 – wieder mit Termin in den Baumarkt, in Geschäfte oder mit den Kindern in den Zoo gehen. Erlaubt sind auch Zutritt von Bibliotheken, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten so wie auch körpernahe Dienstleistungen wie Gesichtskosmetik. Auflagen wie Desinfektion, Abstand und Maskenpflicht bleiben aber weiter bestehen.

    Foto: Diverse
  • Friseure:

    Friseure und medizinische Fußpflege fallen nicht unter die Corona-Notbremse. Sie bleiben weiter geöffnet. Ein negativer Test ist Laumann zufolge in Kommunen mit einer Inzidenz über 100 nicht nötig.

    Foto: Oliver Berg
  • Gastronomie:

    Die Gastronomie bleibt weiter geschlossen. Die Test-Option erstreckt sich laut Laumann nicht auf die Gastronomie. Das gebe die Corona-Schutzverordnung nicht her. Er verwies auf weitergehende Öffnungskonzepte, die im Rahmen der geplanten Modellregionen möglich seien.

     

    Foto: dpa
  • Kontaktbeschränkungen:

    Über das Osterwochenende werden die Kontaktbeschränkungen auch in Regionen mit hoher Corona-Inzidenz gelockert. Von Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) dürfen sich landesweit unabhängig vom örtlichen Infektionsgeschehen fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, heißt es in der Corona-Schutzverordnung. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. Außer an Ostern gilt aber in Kommunen mit einer Inzidenz über 100, dass sich Menschen aus einem Hausstand nur mit einer weiteren Person im öffentlichen Raum treffen dürfen.

    Foto: dpa
  • Volksfeste:

    Große Festveranstaltungen wie Volksfeste oder Schützenfeste sind in NRW noch bis mindestens 31. Mai verboten. Die Konkretisierung schafft Planungssicherheit für viele Vereine, die sonst im Frühjahr ihre Schützenfeste abgehalten hätten.

    Foto: dpa
  • Sonnenstudios:

    Ab dem 29. März ist der Betrieb von Sonnenstudios in NRW wieder erlaubt. Wie bei anderen körpernahen Dienstleistungen müssen allerdings die Vorgaben der Notbremse beachtet werden. Laumann begründete die Änderung mit entsprechenden Gerichtsurteilen.

    Foto: dpa
  • Schwimmunterricht:

    NRW lässt Schwimmunterricht für Kinder unter Auflagen wieder zu. Ab Montag dürfen Kurse für Schwimm-Anfänger und Kleinkinder wieder stattfinden - allerdings mit höchstens fünf Kindern pro Gruppe.

    Foto: dpa
  • Modellregionen:

    NRW will gemäß Bund-Länder-Beschluss in etwa einem halben Dutzend Modellregionen weitergehende Öffnungen mit strengem Schutz- und Testkonzept erproben.

    Foto: dpa
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