Verkehr
Autobahnbrücke bei Herne für Lkw gesperrt: Keine Staus

Vorsicht Brückenschaden: Schwere Lastwagen dürfen seit diesem Montag die A43 bei Herne gar nicht mehr befahren, mehrere Zufahrten auf den Streckenabschnitt sind zudem gesperrt. Nach noch ausstehenden Messungen soll entschieden werden, wie es weitergeht.

Montag, 12.04.2021, 17:54 Uhr aktualisiert: 12.04.2021, 18:02 Uhr

Herne (dpa/lnw) - Schäden an einer Autobahnbrücke bremsen seit diesem Montag den Verkehr auf der A 43 bei Herne auf noch unbestimmte Zeit. Zur Entlastung der maroden Brücke dürfen Lastwagen über 3,5 Tonnen seit den frühen Morgenstunden den Abschnitt zwischen den Kreuzen Herne und Recklinghausen gar nicht mehr befahren, auch für Autofahrer gibt es Einschränkungen. Das große Verkehrschaos ist nach Angaben von Polizei und der Autobahn GmbH aber bisher ausgeblieben. «Die Staulage ist sehr entspannt», sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Auch Autofahrer im nördlichen Ruhrgebiet betrifft die marode Brücke: Zwar kann der Verkehr von Nord nach Süd fließen, für kreuzende Fahrzeuge von den Autobahnen 42 und 2 auf die A 43 sind die Verbindungen in Richtung der Emschertalbrücke ebenfalls dicht. Weiträumig informieren Dutzende Schilder über die Sperrung und Umleitungsmöglichkeiten - offenbar mit Erfolg. «Die entspannte Staulage zeigt, dass unser Umleitungskonzept mit einer weiträumigen und umfangreichen Beschilderung sowie einer schnellen Information im Vorfeld der Sperrung aufgegangen ist», sagte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH, am Montag.

An dem Bauwerk, das über den Rhein-Herne-Kanal führt, war bei einer Überprüfung festgestellt worden, dass sich Stahlträger durchgebogen haben. Um die Brücke zu entlasten, wurden die Sperrungen eingerichtet.

Die Logistikbranche reagierte besorgt auf die Nachricht: Erhebliche Teile des Wirtschaftsverkehrs im gesamten Ruhrgebiet seien durch die Sperrung für Lkw betroffen, warnte etwa die IHK. «Bei kleineren und mittelgroßen Transportunternehmen sind die Gewinnmargen nicht so hoch, da ist eine solche Umleitung eine finanzielle Belastung», so ein Sprecher der IHK.

Bedenken hat auch der Bundesverband Güterkraftverkehr. «Auf Strecken, wo umgeleitet wird, gibt es ja keine gähnende Leere», so Sprecher Martin Bulheller. Die verloren gegangene Lenkzeit beim Umfahren der Sperrung fehle später. Hinzu komme die Umweltbelastung durch höheren Spritverbrauch. «Man sieht daran, wie wichtig es ist, dass wir ausreichende Finanzmittel für die Erhaltung der Straßen- und Schieneninfrastruktur bereitstellen», sagte Bulheller.

Doch auch für Pendler auf der Strecke kann es noch unangenehmer werden: In den kommenden zwei Wochen will die Autobahn GmbH kontrollierte Messungen mit Gewichten durchführen, um herauszufinden, wie genau es um die Tragfähigkeit der Brücke bestellt ist. Nicht nur müsse für die Messungen selbst die Strecke zeitweise komplett gesperrt werden, sagte eine Sprecherin der Autobahn Westfalen. Schlimmstenfalls ergebe die Untersuchung, dass auch Autos nicht mehr über das Bauwerk fahren dürfen. Die kontinuierlich laufenden Messungen an der Stelle, gäben jedoch akut noch keinen Anlass für eine Vollsperrung.

Auch für das weitere Vorgehen sind mehrere Möglichkeiten im Gespräch: Geprüft werde etwa der Bau einer Behelfsbrücke oder das Vorziehen der eigentlich für 2024 geplanten Neubaumaßnahme. Sofern die Strecke zumindest für leichte Fahrzeuge offen bleibt, will die Autobahn GmbH eine Schranken- und Wiegeanlage einrichten, ähnlich den Anlagen an der Leverkusener Rheinbrücke und der Rheinbrücke Neuenkamp. Am Montag blieb die Zahl der Lkw, die sich nicht an das Verbot hielten, überschaubar: Bis zum Mittag habe man 15 Lastwagen auf der Strecke gestoppt und entsprechend aufgeklärt, hieß es bei der Autobahnpolizei.

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