Gesundheit
Köln bekommt 1000 Impfdosen für Brennpunkt-Viertel

Mit mobilen Angeboten will die Stadt Köln erreichen, dass mehr Menschen in sozialen Brennpunkten gegen das Coronavirus geimpft werden. Der NRW-Gesundheitsminister gibt nun grünes Licht - ist aber noch nicht vollends überzeugt.

Samstag, 01.05.2021, 19:03 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 19:12 Uhr
Fläschchen mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson. Foto: Dirk Waem

Köln/Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Stadt Köln bekommt für die geplanten Impfungen in sozialen Brennpunkten 1000 zusätzliche Impfdosen vom Land zur Verfügung gestellt. Das geht aus einem Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums hervor, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darüber hinaus dürften für das Pilotprojekt nur Impfstoffdosen verwendet werden, die bei den derzeit laufenden regulären Impfungen «keine Verwendung mehr finden können», heißt es in dem Erlass vom Samstag.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hatte am Freitag angekündigt, dass mobile Teams möglichst von diesem Montag an unter anderem in den Hochhaussiedlungen von Chorweiler und dem Kölnberg Impfungen anbieten. Als Ziel nannte Reker 700 Impfungen pro Tag. Voraussetzung für den Start des Projekts sei allerdings, dass die Stadt ausreichend Impfstoff bekomme, hatte sie betont. Die als soziale Brennpunkte geltenden Viertel hatten zuletzt Neuansteckungsraten mit dem Coronavirus, die um ein Vielfaches über dem restlichen Stadtgebiet lagen.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) lobte das Projekt, trat aber auch ein wenig auf die Bremse. «Zum einen ist der Impfstoff begrenzt und viele besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen warten noch auf ihre Impfung», sagte Laumann am Samstag. «Zum anderen haben wir noch keine Erfahrungen mit dieser Art der aufsuchenden Impfungen sammeln können.»

Die 1000 zusätzlichen Impfdosen, die das Land der Domstadt für das Projekt zur Verfügung stellt, kommen vom Hersteller Johnson & Johnson. Dieser Impfstoff muss nur ein einziges Mal gespritzt werden und soll deshalb unter anderem für Wohnungslose genutzt werden, die nur schwer für eine zweite Impfung zu erreichen seien. Der «Kölner Stadt-Anzeiger» hatte zuvor über den Erlass berichtet.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) unterstütze das Impf-Projekt in Kölner Brennpunkten. «Inzidenzzahlen sind höher, wo Menschen eng beieinander wohnen», sagte Laschet am Samstag in Düsseldorf. In Köln gebe es Stadtteile, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz bei 500 oder 600 liege - also um ein Vielfaches höher als im Landesschnitt. «Da müssen wir als Staat auch darauf reagieren [...], damit auch Menschen in Stadtteilen, wo man eben nicht dauernd Abstand halten kann, weil man sich immer begegnet, geschützt werden», sagte Laschet.

Eine Sprecherin der Stadt Köln machte am Samstag zunächst keine weiteren Angaben, ob das Pilotprojekt am Montag im geplanten Umfang beginnen kann.

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