Prozesse
Säugling starb nach Misshandlungen: Angeklagter schweigt

Ein 38-jähriger Mann aus Duisburg soll seinen drei Monate alten Sohn so schwer misshandelt haben, dass das Baby stirbt. Zu Prozessbeginn schweigt der Mann. Gegenüber einer Psychiaterin hat er aber früher bereits Angaben gemacht.

Montag, 03.05.2021, 15:17 Uhr aktualisiert: 03.05.2021, 15:30 Uhr
Ein Modell der Justitia steht auf einem Tisch. Foto: Volker Hartmann

Duisburg (dpa/lnw) - Nach dem gewaltsamen Tod eines drei Monaten alten Säuglings in Duisburg hat der Angeklagte zum Prozessauftakt vor dem Duisburger Schwurgericht geschwiegen. Dem Mann wird Totschlag vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der 38-jährige Deutsche dem Baby im Oktober 2020 so lange und so massiv den Mund und die Nase zugehalten hat, bis dieses aufgrund des Sauerstoffmangels schwere Hirnverletzungen erlitt. Nachdem der Junge am Tag darauf im Krankenhaus gestorben war, war bei einer Obduktion unter anderem ein Bruch des Unterkiefers festgestellt worden.

Gegenüber einer psychiatrischen Sachverständigen hatte der Angeklagte im Vorfeld des Prozesses erklärt, dass er am Tatmorgen inmitten leerer Alkoholflaschen auf dem Fußboden seiner Wohnung aufgewacht sei. Irgendwann habe er sich gewundert, dass sein Sohn keine Geräusche von sich gab. Beim Nachschauen habe er das Baby schließlich mit stark geschwollenem Gesicht in seinem Bett vorgefunden. Der 38-Jährige sagte der Gutachterin weiter, dass er daraufhin eine Familienpflegerin angerufen habe. Diese habe dann die Rettungskräfte alarmiert.

Die Mutter des Babys war bei der Geburt im Juli 2020 gestorben. Danach hatte sich der Angeklagte als alleinerziehender Vater um das Kind gekümmert.

© dpa-infocom, dpa:210503-99-450283/3

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