Wahlen
Kanzlerkandidatur: Hans betont Bedeutung von Umfragen

Berlin (dpa) - Im Unions-Machtkampf um die Kanzlerkandidatur hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) die Bedeutung von Umfragen für die Entscheidungsfindung herausgestellt. «Es ist völlig klar, dass die Frage, mit welcher Person man die besseren Chancen bei den Wahlen hat, eine zentrale Rolle spielen muss», sagte Hans der «Welt» (Samstag). Umfrage-Ergebnisse alleine sollten nicht im Vordergrund stehen. «Aber sie geben schon einen wichtigen Hinweis darauf, wie man sich im Wahlkampf aufzustellen hat», sagte Hans.

Freitag, 16.04.2021, 16:04 Uhr aktualisiert: 16.04.2021, 16:14 Uhr
Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes. Foto: Michael Kappeler

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte sich am Donnerstag als erstes CDU-Präsidiumsmitglied bereits ähnlich geäußert. Auch CSU-Chef Markus Söder selbst verweist in der Auseinandersetzung um die K-Frage auf die seit vielen Monaten für ihn sehr positiven Umfragen. Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet dagegen betont immer wieder, Umfragen könnten sich auch sehr schnell ändern.

Die CDU-Führung hatte sich am Montag hinter Laschet gestellt, die CSU-Spitze hinter Söder - beide jeweils ohne förmlichen Beschluss.

Hans sagte dazu der «Welt»: «Ich habe den Beschluss des Parteipräsidiums nie so verstanden, dass es nur Armin Laschet werden kann. Wir haben festgestellt, dass es zwei geeignete Kandidaten gibt. Der Auftrag war, dass Armin Laschet die Frage Kanzlerkandidatur mit Markus Söder klärt.» Dass sich ein Parteipräsidium hinter seinen Vorsitzenden stelle, sei doch verständlich, sagte der CDU-Politiker.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte Söder am Donnerstag zum Rückzug aufgefordert. Und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte dem Hessischen Rundfunk: «Es ist doch völlig klar, dass die große CDU - das hat Markus auch immer gesagt - das erste Zugriffsrecht hat. Und genau das haben wir gemacht.» Bouffier betonte, er stehe weiter hinter Laschet.

Hans erklärte nun, an der Basis gehe es nicht um die Frage «CDU oder CSU». «Sondern es muss um die Frage gehen: Mit wem steht die Union am Wahlabend vorne? Die Union kann nur gewinnen, wenn sie geschlossen steht. Und wir brauchen eine motivierte Basis, um einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen.» Hans appellierte an Laschet und Söder, sich schnell zu einigen. «Niemand muss beschädigt aus dieser Auseinandersetzung herausgehen», sagte der CDU-Politiker. Beide seien Parteivorsitzende, beide seien und blieben Ministerpräsidenten. «Beide werden in der Union gebraucht.»

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