Rosendahl
Orion wird zum Blickfang

Darfeld. Lena und Heiner aus dem Sauerland haben sich auf ihren Campingstühlen angesichts tropischer Temperaturen ein hübsches Plätzchen im Schatten gesucht. Die beiden Senioren aus Menden genießen die Atmosphäre rund um den Wohnmobilplatz am Sportzentrum in Darfeld.

Samstag, 18.08.2018, 15:14 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 17.08.2018, 16:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 18.08.2018, 15:14 Uhr
Heiner und Lena aus dem Sauerland lieben es, mit ihrem außergewöhnlichen Wohnmobil unterwegs zu sein. Sie machen gerne Station am Sportzentrum in Darfeld. Foto: Manuela Reher

„Es ist herrlich, hier Station zu machen“, sagt Heiner, der mit seiner Frau seit einigen Jahren mindestens einmal im Jahr diesen Platz in Darfeld ansteuert.

„Ein Holländer, den wir vor etlichen Jahren in Nordhorn getroffen haben, hat vom Wohnmobilplatz in Darfeld geschwärmt. So sind wir auf dieses schöne Fleckchen aufmerksam geworden“, verrät der 76-Jährige. Gemeinsam mit Lena, die ursprünglich aus Griechenland stammt, ist der Mendener oft mit seinem Wohnmobil unterwegs. Dieses Gefährt ist ein Blickfang auf jedem Campingplatz.

Das Auto – ein Orion – hat inzwischen 40 Jahre auf dem Buckel und fahre immer noch hervorragend, sagt Heiner. Es hat ein Fahrgestell von Mercedes. Der schwungvoll gestaltete Aufbau stammt aus dem Teutoburger Fahrzeugwerk.

Das Wohnmobil hat Heiner vor 30 Jahren für 24 000 Mark gekauft. Das sei ein echtes Schnäppchen gewesen, wenn man bedenke, dass der Neupreis bei 85 000 Mark gelegen habe. Auf einer Länge von sechs Metern und einer Breite von mehr als zwei Metern findet sich alles, was das Paar fürs Wohnen für unterwegs benötigt. Vieles hat Heiner im Laufe der Jahre umgebaut.

„So luxuriös wie ein nagelneues Wohnmobil ist unser Gefährt natürlich nicht“, lacht der Sauerländer mit Blick auf manchen Nachbarn auf dem Wohnmobilplatz. Aber dafür hat er trotzdem alles an Bord, was fürs Verreisen nötig ist.

Heiner kennt das Leben im Wohnwagen aus seinem früheren Berufsleben, als er noch als Monteur unterwegs war. Seine Frau hat er mit dem Wohnmobilisten-Bazillus angesteckt. Lena versichert: „Auch ich liebe es, ständig unterwegs zu sein und stets neue Menschen kennenzulernen.“

250 000 Kilometer haben die beiden inzwischen auf dem Tachometer stehen. „Die Reisegeschwindigkeit ist eher langsam“, sagt Heiner. Auf diese Weise könne man die Landschaft aber noch mehr genießen als sonst. Die Autobahn meiden sie gerne, wählen stattdessen lieber die geruhsame Landstraße.

Das Paar knüpft nicht nur zu den Wohnmobilisten, bei denen alle spontan per Du sind, gerne Kontakte, sondern auch zu den Einheimischen. So erinnern sich Lena und Heiner gern an Paul und Maria in Darfeld, die sie oft im Dorfpark an der Volksbank getroffen hatten. „Wir hatten uns mit ihnen befreundet und viele Gespräche miteinander geführt“, sagt Heiner.

Auch auf dem Wohnmobilplatz würden sich oft Gespräche über „Gott und die Welt“ entwickeln. „Und das im wahrsten Sinne des Wortes“, sagt Lena, die der griechisch-orthodoxen Kirche angehört. Erst vor kurzem hätten Mitglieder der „Zeugen Jehovas“ den Platz besucht und mit ihr lange über den Glauben gesprochen.

Bei hohen Temperaturen muss Heiner das Wohnmobil auf dem Platz ab zu wenden. „Sonst packt unser Kühlschrank das nicht mehr, wenn die Sonne zu lange auf die eine Seite des Wohnmobils scheint, an der der Kühlschrank steht“, lacht der Mendener. Aber den „Solartrockner“ findet er prima. So nennt er die am Wagen angebrachte Wäscheleine. An besonders warmen Tagen könne es schon mal passieren, dass sich das Innere des Wohnmobils auf 43 Grade aufheize. „Dann genießen wir einfach bis tief in die Nacht den Aufenthalt unter freiem Himmel“, zeigt sich Heiner unbekümmert.

Das Paar besucht gerne Treffen von Wohnmobilisten, die mit einem besonderen Gefährt, wie sie es besitzen, unterwegs sind. „Das ist perfekt zum Fachsimpeln“, freut sich Heiner schon jetzt auf das Wochenende Ende September, wenn sie den Wohnmobilplatz Lochmühle bei Limburg ansteuern. Manchmal passiert es Heiner, dass ihm bei einem solchen Treffen Kaufangebote zu seinem Wohnmobil gemacht werden. Dann heiße es: „Wenn du den mal wegtust, dann sagste mir Bescheid.“ Doch Heiner und Lena denken nicht daran, ihr Wohnmobil zu verkaufen. So lange es ihre Gesundheit zulässt, wollen sie mit ihrem Orion unterwegs sein.

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