Rosendahl
„Politik muss Ehrenamt wieder leistbar machen“

Rosendahl. Bisher lief die komplette Steuerung der drei DRK-Kindertagesstätten in Rosendahl auf ehrenamtlicher Basis. „Doch mittlerweile ist das Volumen so groß geworden, dass wir das ehrenamtlich nicht mehr leisten können“, sagt Ewald Homann, Vorstandsmitglied im DRK-Ortsverein Rosendahl. 1994 wurde die erste DRK-Kita in Osterwick eröffnet, von Anfang an war Homann aktiv und hat sich ehrenamtlich mit seinen Vorstandskollegen für die Einrichtungen eingesetzt. Wenige Jahre später wurden auch in Holtwick und Darfeld Kitas vom DRK eingerichtet. Doch die Führung, etwa die Personalsteuerung, die Finanzverwaltung und Buchhaltung „braucht viel Know-how.“ Außerdem sei es eine Menge an Bürokratie, die das Leisten der ehrenamtlichen Arbeit mittlerweile fast unmöglich mache. „Die Anforderungen werden immer spezifischer“, sagt das Vorstandsmitglied, „und die Zeichen der Zeit haben ergeben, dass die Abläufe immer komplizierter werden.“

Montag, 17.06.2019, 15:52 Uhr
Blicken in eine gemeinsame Zukunft: (v.l.) Christoph Schlütermann (Geschäftsführer der Kindertageseinrichtungen im Kreis Coesfeld gGmbH), Franzis van den Berg (Leiterin der DRK-Kita Zwergenland), Ralf Borgschulte (Leiter der DRK-Kita Haus Holtwick), Bernadette Nattler (Fachberatung in der gGmbH), Rolf Sänger (Vorstand DRK-Ortsverein Rosendahl), Marlies Leifken (Fachberatung der gGmbH), Hajo Rathert (Vorstand), Annelene Konert (Leiterin der DRK-Kita Fidus), Ewald Homann (Vorstand) und Dirk Reers (Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Rosendahl). Foto: Leon Seyock

Deshalb wird diese ehrenamtliche Arbeit ab dem 1. August von der „Kindertageseinrichtungen im Kreis Coesfeld gGmbH“ in Coesfeld übernommen. Dann ist die gemeinnützige Gesellschaft unter der Leitung von Christoph Schlütermann der Träger aller drei DRK-Kitas in Rosendahl. Beim Betriebsfest, das alle 50 Mitarbeiter der Einrichtung gefeiert haben, stellte sich Schlütermann vor und der DRK-Vorstand vom Rosendahler Ortsverein verabschiedete sich von der ehrenamtlichen Arbeit im Bereich der Kitas. „Das Ehrenamt bleibt im Ortsverein selbstverständlich weiterhin bestehen“, betont Homann. So etwa bei Sanitätsdiensten oder der Blutspende.

„Ich bin davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist, die drei Kitas in die Hände der Gesellschaft zu geben“, ist sich Homann sicher. „Es ist mir eine Ehre, dass wir gemeinsam weitermachen dürfen“, sagt Christoph Schlütermann als neuer Träger. „Diese Menge an Aufgaben darf man einem Ehrenamt nicht zumuten“, macht Schlütermann deutlich. Und Ewald Homann pflichtet ihm bei: „Unsere Gesellschaft braucht auf allen Ebenen ehrenamtliches Engagement. Die Verantwortlichen in der Politik müssen sich aber dafür einsetzen, dass das Ehrenamt auch leistbar bleibt und nicht durch eine Regulierungsflut derart überfrachtet wird, dass sich niemand mehr dafür findet.“

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