Flutlicht per Handytaste
Naturrasenplatz der Westfalia Osterwick 1923 e.V. mit neuer LED-Beleuchtung

Noch ist der Naturrasenplatz am späten Abend im Westfalia-Sportpark dunkel. Jan Willem de Boer hält sein Smartphone in der Hand – darauf zu sehen sind kleine Felder mit verschiedenen Bezeichnungen. Er drückt auf einige der angezeigten Tasten – und plötzlich wird der Platz mit hellem LED-Licht geflutet. 

Dienstag, 23.07.2019, 06:00 Uhr
Die erste Begehung des Naturrasenplatzes der Westfalia Osterwick mit LED-Flutlichtanlage fällt für (hinten von links) Peter Fedder (Geschäftsführer), Bürgermeister Christoph Gottheil, Dieter Wilger ( Erster Vorsitzender), Jan Willem de Boer (Fachfirma Oostendorp), Dieter Tartemann (Generalunternehmer), Daniel Kramer (Abteilungsleiter Seniorenfußball), unten von links), Peter Brüggemann (Gemeinde) und Tobias Wiggers (Abteilungsleiter Jugendfußball) positiv aus. Foto: Leon Seyock

Ein Raunen geht durch die Reihen der Fußballer, die nach ihrem Spiel noch im Sportpark verweilen. Auch Bürgermeister Christoph Gottheil, Peter Brüggemann von der Gemeinde und der Vorstand von Westfalia Osterwick begutachten die neue Flutlichtanlage. „Das ist ein historischer Moment für unseren Sportverein“, sagt Dieter Wilger, Erster Vorsitzender der Westfalia. „Ich habe während meiner Vorstandsarbeit häufig darüber nachgedacht, wann es denn wohl hell werden würde auf unserem Rasenplatz“, sagt er mit einem Zwinkern. Dieser Moment ist jetzt gekommen.„Wir wollten nicht nur Licht, sondern dazu noch ein sparsames“, sagt Dieter Tartemann. Er hat als Generalunternehmer gemeinsam mit Jan Willem de Boer von der niederländischen Fachfirma für Flutlichtanlagen „Oostendorp“ die Beleuchtung für den Rasenplatz umgesetzt. „Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Sportverein und Unternehmen ist sehr gut gelaufen“, blickt Tartemann auf die vergangenen Wochen und Monate voller Arbeit zurück. Auch der Bürgermeister und der Vorstand des Sportvereins betonen die gelungene Zusammenarbeit.

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Jan Willem de Boer zeigt, wie einfach die Bedienung der Flutlichtanlage mit dem Handy funktioniert. Foto: Leon Seyock

Die Bedienung der Flutlichtanlage erfolgt über das Handy: Die Verantwortlichen können sich auf einer Internetseite einloggen und so von jedem Ort der Welt die Anlage steuern. Auch eine App soll es zeitnah geben, kündigt de Boer an. Des Weiteren können die Lichter auch separat an einem Schaltschrank bedient werden.Die erste Begehung des Rasenplatzes mit Beleuchtung fällt durchweg positiv aus: „Hier gibt es keine Unterbrechungen. Das ganze Feld ist durchgängig sehr gut beleuchtet“, lobt Wilger. Acht Masten stehen um das Spielfeld verteilt, ursprünglich seien sechs geplant gewesen. „Dann hätten wir aber die Tribüne unterbrechen müssen“, begründet Wilger die Aufstockung um zwei Masten.Nicht nur der Platz, auch die Laufbahn drum herum ist hell beleuchtet. Mit verschiedenen Einstellungen kann nur die Bahn, das komplette Feld oder das halbe Feld beleuchtet werden – und das in unterschiedlichen Intensitäten. „Das ist Licht! Darauf kann eine ganze Bundesliga spielen!“, sagt Tartemann lachend, als de Boer die komplette Beleuchtung auf höchster Stufe erstrahlen lässt.„Dieses Projekt ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass die Gemeinde mit einer Finanzspritze dabei ist, es aber ohne das Ehrenamt nicht geht“, bringt Bürgermeister Gottheil am Platz zum Ausdruck. So haben die Vereinsmitglieder beispielsweise mit angepackt, in den vergangenen vier Wochen die Kabel rund um den Platz zu verlegen und die kleinen Baustellen wieder zu beseitigen. Gottheil gibt den Sportlern den Appell mit auf den Weg, nicht nur mit der Anlage pfleglich umzugehen, sondern auch mit dem Rasen. Denn der komme in dem hellen Licht schließlich noch deutlicher zur Geltung.

Für den Sportverein ist die neue Anlage ein deutlicher Gewinn, wie Wilger erklärt: „Wir können jetzt auch im Herbst und Winter zu späterer Stunde trainieren. Sonst hat sich immer alles auf dem Kunstrasenplatz abgespielt.“ Dieser soll deutlich entlastet werden. Denn nicht nur die Fußballer, auch andere Abteilungen des Sportvereins sollen den Platz nutzen können.Gekostet hat der Bau der Flutlichtanlage rund 78 000 Euro. „Ursprünglich hatten wir 100 000 Euro einkalkuliert“, freut sich Brüggemann. Somit sind die Gesamtkosten unter dieser Summe geblieben.

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