Rathaus, Bürgerhalle und Diskothek Fabrik am Montagabend rot illuminiert
Flammender Appell einer ganzen Branche

Coesfeld. Ein flammender Appell soll es werden. Unübersehbar und in kräftigen Rotfarben. „Wir möchten auf die dramatische Lage der gesamten Veranstaltungsbranche aufmerksam machen“, betont Sami Bouhari, Betriebsleiter von „Stagelight – Jochen Schlattmann“. Das Unternehmen mit Sitz im Industriepark Nord.Westfalen beteiligt sich an der bundesweiten Aktion „Night of Light“. In der Nacht von Montag (22. 6.) auf Dienstag werden in der Zeit von 22 bis 1 Uhr in ganz Deutschland Gebäude illuminiert. 

Samstag, 20.06.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 22.06.2020, 15:57 Uhr
Jan Gillmann (links) und Sami Bouhari von „Stagelight – Jochen Schlattmann“ illuminieren am Montagabend mit den Partnern „MW – Veranstaltungstechnik“ und Matthias Fürstenau das Rathaus und die Diskothek Fabrik. Damit beteiligen sie sich an der bundesweiten Aktion „Night of Light“, womit auf die dramatische Lage der gesamten Branche der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam gemacht werden soll. Foto: Leon Seyock

„Vor Ort werden wir mit unseren Partnern aus Coesfeld, MW – Veranstaltungstechnik und Matthias Fürstenau, das Rathaus und die Diskothek Fabrik rot anstrahlen“, blickt Jan Gillmann voraus. Das Rathaus sei bewusst und symbolisch für die Aktion ausgewählt: Sie fordern den Dialog mit der Politik. „Denn es liegt an ihnen, unserer Branche Perspektiven aufzuzeigen und Sicherheit in der Zukunft zu schaffen“, sagt Bouhari. Daran mangele es aktuell deutlich. Auch joke-rockt Veranstaltungstechnik, Hageböck Eventservice und FB DJ-Service beteiligen sich an der Aktion und illuminieren die Bürgerhalle. 

Den Beschluss, dass Großveranstaltungen nun bis Ende Oktober untersagt werden sollen, habe sie wie ein Schlag getroffen. Denn mit Beginn der Pandemie seien die Aufträge und damit auch die Einnahmen mit einem Mal weggebrochen. „Wir halten in unserem Unternehmen den Betrieb zwar aufrecht, sodass wir jederzeit wieder starten könnten, es ist aber weiterhin keine Arbeit in Sicht. Die gesamte Branche ist auf Pause gedrückt“, so Bouhari. Gewiss gehe es nicht nur ihnen so, „auch alle Kulturschaffende, Theaterhäuser oder Solo-Selbstständige sind hart getroffen“, ergänzt er, „große und kleine Fische.“

Die „Initiative für die Veranstaltungswirtschaft“, die im März ins Leben gerufen wurde, will nun auf diese Umstände aufmerksam machen. Dem Aufruf zu der Aktion „Night of Light“ seien mittlerweile über 3000 Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet gefolgt. Besonders in der Öffentlichkeit und in der Politik will die Branche so für Aufmerksamkeit sorgen. „Wir fordern Perspektiven und müssen wissen, wie es für uns weitergeht“, verdeutlicht Bouhari. Die Rettungspakete, die der Bund geschnürt habe, reichten nur aus, um die Kosten im Betrieb zu decken. „Seit Wochen befinden wir uns in Kurzarbeit und müssen auf ein Drittel unseres Gehaltes verzichten“, merkt Jan Gillmann an.

Die Farbe Rot, in der in der Montagnacht Gebäude bundesweit und auch in Coesfeld illuminiert werden, sei bewusst gewählt: Zum einen sei es eine starke Signalfarbe, zum anderen stehe die Veranstaltungswirtschaft auf der „Roten Liste“ der aussterbenen Branchen. Mit der „Night of Light“ will die Branche der Veranstaltungswirtschaft in der Nacht zeigen, dass für sie schon längst die Warnstufe Rot gilt.

Einen ergänzenden Hinweis gibt Sami Bouhari: „Wir möchten aber auf keinen Fall zu Menschenansammlungen aufrufen. Zwar möchten wir mit der Aktion möglichst viele Leute ansprechen, aber dass sich Menschen ansammeln, ist nicht Sinn der Aktion.“ Vielmehr sollen die Bilder aus ganz Deutschland an diesem Abend und darüber hinaus in den sozialen Netzwerken zu finden sein – um nachhaltig an die dramatische Situation zu erinnern.

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