Keine normale Probenarbeit möglich
Corona lässt Chöre verstummen

Coesfeld. „Es ist traurig“, bringt Bernd Femmer, Vorsitzender des Crescendo Chores, die Stimmung auf den Punkt, die derzeit in vielen Chören in Coesfeld und Lette und darüber hinaus herrscht. Corona hat Sängern und Sängerinnen ihr Hobby geraubt.

Montag, 22.06.2020, 12:36 Uhr
Noch gar nicht lange her ist das Chorwochenende von Kantorei und Jugendchor der Anna-Katharina-Gemeinde im Januar 2020. Bis Chöre wieder in dieser Form miteinander musizieren können, werden wohl noch Wochen, wenn nicht Monate vergehen. Foto: Archiv

Seit Monaten ist an normale Probenarbeit nicht zu denken, nicht weil sie grundsätzlich verboten wäre, die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände beim gemeinschaftlichen Singen in geschlossenen Räumen sind aber vielfach kaum einzuhalten, weil die Probenräume schlichtweg nicht groß genug sind. Hinzu kommt: Vor allem Laiensänger orientieren si ch an ihren Nebenleuten und an den Leitstimmen, was bei drei Metern Abstand zwischen Personen und vier Metern Abstand in Ausstoßrichtung schwierig wird.Hinzu kommt die Angst vor allem älterer Menschen und vorerkrankter Personen, sich trotz aller Schutzmaßnahmen mit dem Virus zu infizieren. Auf der anderen Seite wächst bei vielen der Wunsch nach ein wenig Normalität auch in diesem Lebensbereich.

Die Chöre der Anna-Katharina-Gemeinde – Kirchenchor, Kantorei und Joyful Singers – behelfen sich seit einigen Wochen damit, sich zu Gottesdiensten mit Gesang in der Kirche zu treffen. „Aber das ist natürlich nicht dasselbe, zumal es ja nicht nur ums Singen, sondern auch um Gemeinschaft und Geselligkeit geht. Für viele Sänger ist der Chor ein Stück Familie“, weiß Kantor Ralf Blasi, der keine Prognose abgeben mag, wann wieder reguläre Proben möglich sein werden. Das kleinere Vokalensemble und der nur siebenköpfige Jugendchor proben regelmäßig. „Beim Kinderchor wollen wir schauen, wie sich die Lage nach den Sommerferien darstellt“, sagt Blasi.

Auch andere Chöre richten den Blick auf die Zeit nach den Ferien. „Wir überlegen, ob wir dann zumindest einzelne Stimmen proben lassen“, sagt etwa Bernd Femmer für den Crescendo Chor mit 51 Mitgliedern. Proben in Kleingruppen, das könnte auch ein Modell für den Lamberti-Chor (60 Aktive) sein, wie Vorsitzender Josef Dütting mitteilt. Ähnlich der Ausblick für den Kirchenchor St. Johannes-Baptist Lette. Dessen Vorsitzender Andreas Remmert sagt: „Wir werden Ende August mit Proben in kleinen Gruppen starten. Der Probenabend montags wird entsprechend aufgeteilt. Mit ausreichend Zeit zum Lüften zwischen den Blöcken.“ Auch der Jugendchor werde nach den Ferien wieder an die Arbeit gehen. Das „Fein-tuning“ erfolge in den nächsten Wochen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7463627?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F2775603%2F7325492%2F
Nachrichten-Ticker