Rund einem Dutzend Kinder hat die Stadt mit einem besonderen Projekt geholfen
Homeschooling im Jugendhaus

coesfeld. Längst nicht alle Kinder und Jugendlichen haben die Chance, sich fürs Homeschooling mal eben zu Hause an den PC zu setzen oder sich einen Laptop zu schnappen, um die Aufgaben der Schule zu bearbeiten. „In vielen Familien gibt es mehrere Kinder, aber nur ein Endgerät und in so manchem Haushalt sind die räumlichen Verhältnisse nicht so, dass Kinder konzentriert lernen könnten“, sagt Sabine Wessels vom Fachbereich Jugend und Familie.

Dienstag, 23.06.2020, 16:32 Uhr
Längst nicht jedes Kind hat zu Hause einen Laptop zur Verfügung. Manchmal eignen sich auch die Räume daheim nicht gut zum Lernen. Diesen Kindern stand das Jugendhaus auch im Shutdown offen. Foto: Archiv

Diese Situation hat sie und ihre Kollegen veranlasst, ein ganz besonderes Angebot ins Leben zu rufen: Homeschooling im Jugendhaus. Wo die Jugendlichen sich sonst zu Freizeitaktionen und lockerem Chillen treffen, werden seit den Osterferien die Computer zum Lernen hochgefahren. Öffentlich kommuniziert wurde das sensible Thema zunächst nicht, jetzt, nachdem das Projekt kurz vor dem vorläufigen Ende steht und sehr erfolgreich gelaufen ist, berichtet Sabine Wessels aber gern von der gelungenen Initiative.

Rund ein Dutzend Kinder haben auf diese Weise die corona-bedingten Schulausfälle nicht nur überbrücken können, sondern auch noch weitere Hilfe erfahren. Wessels: „Es waren auch Kinder da, die die Aufgaben nicht alleine bewältigen konnten und die wir eng begleitet haben.“ Das sei nur möglich gewesen, weil in dieser Zeit die üblichen Angebote im Jugendhaus und in der mobilen Jugendarbeit ausgesetzt waren und entsprechende räumliche und personelle Kapazitäten zur Verfügung standen. „Wir haben auch Unterstützung durch einige Bundesfreiwilligendienstler erhalten, auch solche, die in dieser Zeit in der Schule nicht zum Einsatz kamen“, berichtet Wessels.

Die Hygienevorschriften im Jugendhaus waren streng, berichtet Wessels. Jedem Kind stand ein eigener Raum mit einem Rechner zur Verfügung, Plätze und Tastaturen wurden nach jeder Benutzung desinfiziert. Jeder musste einen Mund-Nase-Schutz tragen und es durften nicht mehr als fünf Kinder gleichzeitig im Jugendhaus ihre Hausaufgaben machen. In zwei Schichten wurden die Jungen und Mädchen empfangen, damit sie sich möglichst vor Ort nicht begegneten.

Die Geräte, an denen die fleißigen Kids ihre Hausarbeiten erledigt haben, gehören zur Ausstattung für die Jugendförderung. „Wir haben einige Rechner und Tablets, die wir vor allem für medienpädagogische Angebote und Schulprojekte nutzen“, informiert Wessels.

Seitdem die Schulen zunächst tageweise und nun die Grundschulen sogar komplett wieder geöffnet sind, läuft das Homeschooling so langsam aus. Je nachdem wie sich die Situation aufgrund der Corona-Pandemie nach den Sommerferien darstellt, können sich die Verantwortlichen vorstellen, das Projekt bei Bedarf noch mal aufleben zu lassen – vielleicht auch in leicht veränderter Form oder mit anderem Personal. Sabine Wessels und ihr Team sind für viele Ideen offen.

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