Billerbeck
Hoffen auf die zweite Chance

Billerbeck. Steffen Szymiczek beeilte sich gleich nach dem Abpfiff, jeden einzelnen seiner Spieler aufzumuntern. „Wir blicken ab sofort nur noch nach vorne“, gab er das Kommando aus. Abschütteln müssen sie dieses 0:2 im Aufstiegsspiel gegen die SpVgg. Vreden II, viel Zeit dafür bleibt nicht. „Wir haben eine zweite Chance“, betonte der Trainer des VfL Billerbeck. „Auch wenn ich nicht damit gerechnet hätte, dass wir sie brauchen.“

Montag, 04.06.2018, 09:04 Uhr

In letzter Sekunde geblockt: Philipp Daldrup (links) holt aus, aber der Vredener Sebastian Abbing kann noch stören. Foto: az

Weil auch seine Kicker fest davon ausgegangen waren, in diesem Meistergipfel vor der tollen Kulisse von 1800 Zuschauern am Borkener Damm in Gescher den Sprung in die Bezirksliga perfekt zu machen, war die erste Enttäuschung umso größer. Was gewiss nichts mit Arroganz zu tun hatte – „aber mit unserem großen Selbstbewusstsein“, versicherte Szymiczek. Kein Wunder, denn vom 5. November 2017 datierte die letzte Niederlage. Dieses ungewohnte Gefühl musste der VfL ausgerechnet in diesem wichtigen Spiel erleiden.

Was überflüssig war, denn die Billerbecker waren ohne Zweifel über weite Strecken die bessere Mannschaft. Mal abgesehen von den ersten zehn Minuten, in denen sie ungewohnt nervös und fahrig agierten. „Das war das erste Mal, dass wir die Anfangsphase nicht an uns gezogen haben“, musste Szymiczek eine neue Erfahrung machen. „Wir haben den Gegner ja zur Führung eingeladen.“ Hendrik Brügging gewann den Ball, passte auf Luka Kösters, und der traf schon in der sechsten Minuten zum 1:0 für Vreden.

Kurz geschüttelt, dann endlich präsentierte sich der VfL so wie gewohnt. Mit einem feinen Unterschied: Vor der Bude wollte es einfach nicht klappen. „Nach dem Rückstand haben wir das Spiel diktiert“, stellte der Trainer fest. „Aber irgendwie saß dieser Rückstand in den Köpfen.“ Adenis Krasnigi scheiterte mit einem Flugkopfball an Torwart Daniel Siehoff (21.), Matthias Schulze Bisping setzte einen Volleyschuss nach Flanke von Matthias Möllering knapp vorbei (23.). Als Calvin Majewski vor Siehoff auftauchte und quer legen wollte, flog Yuzuru Okuyama dazwischen (24.). Zu allem Überfluss holte sich Andreas Lembeck im Kopfballduell eine dicke Beule ab, spielte nach längerer Behandlung zunächst weiter, musste dann aber doch sichtlich benebelt ins Krankenhaus gebracht werden.

Möglichkeiten zum Ausgleich und gar zur Wende gab es auch in der zweiten Halbzeit noch, zum Beispiel für Matthias Schulze Bisping, dessen Freistoß Daniel Siehoff aus dem Winkel fischte (57.), oder für Philipp Daldrup, der nach einer Flanke von Niklas Kuhlage aus zwei Metern den Ball verpasste (59.). „Über 100 Tore in der Meisterschaft, aber diesmal will das Ding nicht rein“, schüttelte Steffen Szymiczek den Kopf. Als Geburtstagskind und Torwart Hendrik Gausling vergeblich mit nach vorne geeilt war und Adenis Krasnigi in der Nachspielzeit die letzte Möglichkeit über den Kasten geschaufelt hatte, machte Cem Artas in Minute 90.+5 mit dem 2:0 den Deckel drauf für die Vredener, bei denen sich leider ein Teil der „Fans“ mit Gesängen und Sprüchen so peinlich präsentierte, dass fremdschämen angesagt war.

Erste Chance verpasst – jetzt geht es in Hin- und Rückspiel gegen den SV Bösensell. „Auch in solchen Situationen bin ich Trainer und werde alles dafür tun“, versprach Szymiczek. „Wir werden wieder aufstehen!“ 7 SpVgg. Vreden II – VfL Billerbeck 2:0; Tore: 1:0 Luka Kösters (6.), 2:0 Cem Artas (90.+5).

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