Billerbeck
Kämpfen bis zum Umfallen

Billerbeck. Hoch oben auf dem Feldherrnhügel, wo die Mehrzahl der blau-Weißen Anhängerschaft Aufstellung genommen hatte, ertönten schon vorm Schlusspfiff die Choräle. „Aufsteigen wir, aufsteigen wir“, brüllten die Fans, hellauf begeistert vom 3:0-Erfolg ihrer Billerbecker Mannschaft gegen einen harmlosen Gast aus Bösensell, der sich stets bemühte, aber nicht viel zu Wege brachte. „Nie mehr Kreisliga A“, sangen sie aus allen Kehlen und feierten ihr Team in den höchsten Tönen.

Montag, 11.06.2018, 06:26 Uhr

Autsch! Felix Leimkühler (vorn), der wuchtige Angreifer aus Billerbeck, wird von Mirko Lips umgesenst. Sünder Lips kriegt die gelbe Karte zu sehen. Foto: az

Showdown am Helker Berg! 1800 Zuschauer säumten den Kunstrasen und sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse. „Die Zuschauer waren phantastisch“, sagte Steffen Szymiczek und verteilte die Höchstnote: „Eins plus mit Sternchen!“

Die Hausherren waren „die spielerisch klar bessere Mannschaft“, wie Trainer Szymiczek feststellte, „das war ein geiler Auftritt.“ Seine Kadetten hätten „alles richtig gemacht“, betonte er, „wir haben Druck erzeugt, sobald der Gegner im Ballbesitz war, nicht permanent, aber punktuell und ganz gezielt. Das fing bereits in der gegnerischen Hälfte an.“

Nach den Nackenschlägen im Vorfeld durch die vielen Ausfälle und Verletzungen haben sich die Billerbecker ein letztes Mal in dieser langen und harten Saison am Riemen gerissen – und eine bärenstarke Leistung abgerufen. Es war eine Punktlandung! „Dabei hatten die letzten beiden Kraftproben, erst in Gescher mit der unglücklichen Niederlage, dann in Bösensell mit dem hochverdienten, allerdings nur knappen Sieg, verdammt viel Energie gekostet“, analysierte Szymiczek messerscharf, „die Jungs haben in den vergangenen Wochen auch jede Menge Körner gelassen, doch sie haben immer an sich geglaubt und gekämpft bis zum Umfallen.“ Seine Mentalitätsmonster waren nicht aufzuhalten in ihrem Tatendrang. In der ersten Halbzeit besaßen sie ein leichtes Chancenplus, in der zweiten stellten sie auch ihre Treffsicherheit unter Beweis. Philipp Daldrup, der Gott sei Dank seinen Ibiza-Urlaub in den Wind geschrieben hatte, erzielte in der 56. Minute nach Querpass von Thomas Aupert die so wichtige 1:0-Führung. „Pepe“ und „Aupi“ schockten die Gelb-Schwarzen aus Bösensell, die nun drei Tore in Serie hätten schießen müssen, um das allseits begehrte Bezirksliga-Ticket noch kurz vor knapp zu lösen.

Aber wer, bitte schön, glaubt schon an den Osterhasen oder den Weihnachtsonkel. Fabian Leifken und Mathias Krüskemper, das Schwager- und Trainer-Duo, konnte personell eh nicht mehr reagieren, weil das Auswechselkontingent ausgeschöpft war. Als Adenis Krasnigi in der 81. Minute nach Traum-Vorlage von Thorsten Gievert auf 2:0 erhöhte, war das letzte Kapital immer noch nicht geschrieben. „Pepe“ Daldrup, klug in Szene gesetzt von Dominik „Farmer“ Brinkmann, der nunmehr die Fußball-Rente durch hat, verfasste in der 86. Minute das Schlusswort mit dem klaren 3:0-Endresultat.

Der Rest an diesem wunderschönen Tage war eine Riesen-Party auf und neben dem Platz mit allem Brimborium. Blau-weiße Glückseligkeit! Für eine dicke Überraschung, mit der keiner gerechnet hatte, zeichnete Steffen Szymiczek verantwortlich. Urplötzlich kam er mit einem Satz Aufstiegs-T-Shirts um die Ecke. Natürlich in Königsblau! „Die hab’ ich gleich nach dem Spiel in Gescher bestellt“, erzählte er mit strahlender Miene, „ich kenn’ doch meine Jungs. Ich wusste, dass sie sich zerreißen würden.“ Recht hatte er. 7 VfL Billerbeck - SV Bösensell 3:0; Tore: 1:0 Philipp Daldrup (56.), 2:0 Adenis Krasnigi (81.), 3:0 Philipp Daldrup (86.)

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