Billerbeck
Nach der Euphorie folgt der Alltag

Billerbeck. Die Saison war gigantisch. „Sportlich geht’s uns verdammt gut“, stellt Steffen Szymiczek fest, „wir sind Meister geworden!“ Mit nur einer Niederlage im Jahr 2018 haben sie den Aufstieg geschafft - das mit einer jungen Mannschaft, die zu 90 Prozent aus Eigengewächsen besteht. Was die Domstädter in den vergangenen Monaten umgesetzt haben, so ihr Trainer, habe es in dieser Form noch nicht gegeben. „Eigentlich müsste der Verein auf einer Welle der Begeisterung reiten“, fügt er hinzu, „so ist es aber leider nicht!“

Freitag, 10.08.2018, 06:06 Uhr

Der Aufsteiger VfL Billerbeck freut sich auf die Saison: oben von links: Patrick Kuhlage, Jonas Mete, Jan Deitert, Lukas Zumbülte, Felix Leimkühler; Mitte von links: Trainer Steffen Szymiczek, Calvin Majewski, Max Zumbülte, Andreas „Pommes“ Lembeck, Niklas Kuhlage, Thomas Aupert, Co-Trainer Daniel Dübbelde; unten von links: Timo Wurbs, Torsten Gievert, Leon Friedrich, Tim Schürhoff, Mathes Möllering, Matthias Schulze-Bisping. Foto: az

In der Sommerpause hat Markus Krause überraschend seinen Rücktritt als Abteilungsleiter Fußball eingereicht. Interimslösung ist Detlev Früh, der als zweiter Mann nachrückte. Steffen Szymiczek wundert sich selbst am meisten über die Entwicklung der Fußballabteilung. „Ich starte in meine vierte Saison hier in Billerbeck“, bemerkt Szymiczek, „dreimal wurde jetzt der Vorstand gewechselt, und eine sportliche Leitung für die Senioren ist seither nicht auffindbar.“ Und das ist noch nicht alles. „Zudem liegt das Clubheim seit zweieinhalb Jahren brach, eine Lösung ist nicht in Sicht“, nennt er eine weitere Baustelle, von denen es mehr gibt: „Die Reserve hat keinen Coach. Nach dem Weggang von Michael Flieger fehlt uns ein Betreuer.“

Auf die Frage, wie die Stimmung in der Mannschaft vor dieser schwierigen Bezirksliga-Saison sei, verrät Steffen Szymiczek, „dass die Nebenschauplätze in unser Team geschwappt sind und natürlich für keine gute Stimmung sorgen. Die Jungs haben das nicht verdient.“

Eigentlich nur für das sportliche der „Ersten“ auf dem Platz zuständig, muss sich Trainer Steffen Szymiczek längst selbst um zahlreiche Nebenschauplätze kümmern.

„Natürlich versuche ich, immer voranzugehen und den Jungs gegenüber positiv aufzutreten und die Konzentration auf das Sportliche zu lenken, doch die Wertschätzung und Anerkennung gegenüber meiner Mannschaft im Verein stimmt mich zunehmend nachdenklich!“

„Im Fußball wird vieles im Kopf entschieden, denn eines darf nicht vergessen werden, wie viele Kräfte und Freuden der Kopf freisetzt, wenn das Umfeld stimmt“, weiß Szymiczek aus langjähriger Erfahrung. „Die Jungs waren hochmotiviert, als die unzähligen Zuschauer, ich möchte sagen Fans, zu den letzten wichtigen Spielen gekommen sind, um sie zu unterstützen!“ Die Begeisterung hat Berge versetzt.

Die Euphorie, die sich nach dem triumphalen Sieg im Relegationsspiel gegen Bösensell breit gemacht hatte, ist ein wenig verflogen. Mittlerweile ist der Alltag eingekehrt. „Ich doch klar, dass dieses Hickhack nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigeht“, sagt Szymiczek, „aber die Spieler versuchen, das auszublenden, auch wenn’s schwer fällt. Sie verhalten sich vorbildlich, sie ziehen an einem Strang, denn sie wissen, dass wir alle in einem Boot sitzen.“

Steffen Szymiczek ist auch ein guter Motivator. In ihm lodert weiter das Feuer der Begeisterung. Seine Spieler folgen ihm. „Ich bin sehr stolz, wie meine Mannschaft derzeit mitzieht und sich nach außen hin präsentiert“, lobt er seine Schützlinge, „und freue mich wenn auch das Umfeld merkt, dass in Billerbeck was Besonderes zusammengewachsen ist.“

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