Billerbeck
Zweitbeste Mannschaft in ganz Deutschland

Kreis Coesfeld. „Wenn bei der Siegerehrung die Nationalhymne erklingt, dann ist das schon ein ganz besonderes Erlebnis für alle, für die Reiter, die Trainer und die Eltern. Eine Erinnerung, die lange bleiben wird.“ Markus Terbrack, Vorsitzender des Kreisreiterverbandes (KRV) Coesfeld, ist auch zwei Tage nach dem großen Ereignis noch hin und weg. Die Mannschaft Westfalen III mit vier Reiterinnen und einem Reiter aus dem KRV Coesfeld und Terbrack als ihrem Trainer hat bei der „Goldenen Schärpe der Ponyreiter“ den zweiten Platz belegt. Ein sensationelles Ergebnis. Denn bei diesem deutschlandweiten Wettbewerb, der in Beedenbostel bei Celle ausgetragen wurde, waren 28 Topmannschaften aus 14 Landesverbänden mit insgesamt 137 Teilnehmern an den Start gegangen.

Dienstag, 09.07.2019, 18:45 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 18:50 Uhr
Jubelsprünge nach Platz zwei mit dem Team Westfalen III des KRV Coesfeld: (von links) Fritz Jelkmann, Mia Henrichmann, Gina Austrup, Lina Jablonski und Theresa Isabell Welsch. Fotos: Kreisreiterverband Coesfeld Foto: az

Dass das Silber-Team, in dem Gina Austrup mit Casablanca und Lina Jablonski mit Sirtaki (beide RV Nottuln), Mia Henrichmann mit Pyrmont’s Beauty Boy (Havixbeck-Hohenholte), Fritz Jelkmann mit Mattis (RV Billerbeck) und Theresa Isabell Welsch mit Aureli (RV Selm-Bork-Olfen) ritten, nicht völlig chancenlos war, das hatte sich schon im Vorfeld abgezeichnet. Immerhin war der KRV Coesfeld bei der Westfalen-Schärpe in Saerbeck mit zwei Teams gestartet, die Erster und Dritter wurden. „Für die Westfalen-Sichtung in Handorf haben wir aus den stärksten Teilnehmern ein Team zusammengestellt, das dann auch souverän gewonnen hat“, berichtet Markus Terbrack. Dennoch sei die Mannschaft ohne große Erwartungen nach Beedenbostel gefahren, wie Judith Henrichmann vom RV Havixbeck-Hohenholte berichtet. „Denn da war wirklich eine Wahnsinns-Konkurrenz am Start. Aber die Unbefangenheit unserer Mannschaft hat sie nach vorne katapultiert.“

Nach der Anreise begann der Wettbewerb mit dem Sporttest und der Dressur am Freitag. Am Ende des Tages lag „Westfalen III“ auf dem guten sechsten Platz. Und dann kam der Geländeritt, das „Herzstück des Wettbewerbs“, wie Markus Terbrack berichtet. Ein anspruchsvoller Parcours verlangte Ponys und Reitern alles ab. „Bei den Hindernissen, die den Ponys fremd sind und die sie nicht überschauen können, müssen die Reiter ihnen Vertrauen geben, sonst geht es nicht.“ Und so kam es dann auch, dass von den 137 Startern 30 im Gelände ausschieden, entweder weil das Pony dreimal verweigert hatte oder weil sie gestürzt waren.

Auch „Westfalen III“ hatte Verluste. Zwei Reiterinnen kamen nicht ins Ziel. Weil drei zwingend dort ankommen müssen, hing nun alles am fünften Reiter, Fritz Jelkmann. Und der bewies absolute Nervenstärke. Er kam nicht nur ins Ziel, sondern gewann diesen Teilwettbewerb sogar – mit der Traumnote 9,3. Mehr noch: Nach allen Teilwettbewerben lag der Billerbecker ganz vorne und gewann die Einzelgesamtwertung. Auch Mia Henrichmann zeigte eine Topleistung und landete in der Einzelgesamtwertung auf Rang sechs, und Lina Jablonski konnte sich ebenfalls platzieren.

Doch zurück zur Mannschaft. Nach dem Geländeritt hatte sich „Westfalen III“ auf den dritten Rang vorgearbeitet. Und auch am letzten Tag zeigten die Fünf bei der Springprüfung, was in ihnen steckt. Mit starken Ritten – Gina Austrup gewann sogar die Einzelwertung in dieser Teilprüfung – schoben sie sich am Ende in der Gesamtwertung mit 375,5 Punkten noch auf Platz zwei hinter die Sieger „Hannover III“ (386 Punkte) vor. Bronze ging an „Hannover I“, „Westfalen II“ wurde Vierter.

„Das Ergebnis ist umso erstaunlicher, als unsere Reiter gar nicht so erfahren waren. Nur Lina Jablonski war schon einmal bei der ‚Goldenen Schärpe’ dabei. Für die anderen Vier war es eine Premiere“, freut sich Markus Terbrack. Für ihn ist der tolle Erfolg Ausdruck dafür, „dass hier in den Vereinen eine fundierte Ausbildung geboten wird, auf die wir vereinsübergreifend auf Kreisebene aufbauen können.“

Nach diesen emotionalen Tagen musste Markus Terbrack erst einmal eine Nacht schlafen, ehe er sagen konnte: „Mir ist erst jetzt richtig klar geworden, was uns da gelungen ist. Wir sind bei der ‚Goldenen Schärpe’ die zweitbeste Mannschaft in Deutschland geworden!“

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