Billerbeck
Kleine Besetzung, großer Kampf

Billerbeck. Freudentänze waren nicht angesagt in Freudenberg, aber als Drama empfand Walter Okon diese 1:4-Niederlage auch nicht. Im Gegenteil: Die kämpferische Leistung, die sein dezimiertes Personal auf den Kunstrasen gelegt hatte, imponierte ihm durchaus. „Die Mannschaft hat sehr geackert und alles rausgehauen“, lobte der Trainer seine Westfalenliga-Fußballerinnen des VfL Billerbeck – obwohl sie ohne Ertrag quer durch Nordrhein-Westfalen und zurück gefahren waren.

Dienstag, 12.11.2019, 10:15 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 10:20 Uhr
Alles probiert, aber letztlich chancenlos: Lea van den Berg (rechts) und die Fußballerinnen des VfL Billerbeck mussten die Punkte in Freudenberg lassen. Foto: Frank Wittenberg

Ärgerlich war eine Sache: Der Plan, möglichst lange die Null zu halten und dann mal eigene Nadelstiche zu setzen, war nach nicht einmal drei Minuten über den Haufen geworfen. Laura Sophie Oerter traf mit einem Distanzschuss aus 25 Metern zur frühen Führung für die Fortuna. „Leider war der erste Torschuss direkt drin“, bedauerte Okon. „So hatten wir uns das natürlich nicht vorgestellt.“ Stefanie Althaus legte in der 17. Minute das 2:0 nach.

Zur Pause hatten sich die Billerbeckerinnen noch einmal eine Menge vorgenommen. „Denn extrem sicher wirkte die Abwehr von Freudenberg nicht“, berichtete der Trainer, der aber eine Wiederholung des Spielfilms aus der ersten Halbzeit erleben musste: Distanzschuss Laura Sophie Oerter, drin, das 3:0 für Freudenberg in der 49. Minute. „Wir müssen uns ankreiden, dass wir diese Schüsse nicht verhindert haben“, gab Okon zu. Drei Minuten später durfte er selbst jubeln: Nach einem Konter über Franziska Diekmann ließ die Fortuna-Torhüterin den Ball abprallen, sodass die gerade eingewechselte Vanessa Redpening zum 3:1 abstauben durfte. „Erstes Westfalenliga-Spiel überhaupt, sofort das erste Tor“, lächelte Walter Okon. „Besser geht’s nicht!“

Die Hoffnung währte aber nur kurz. Mit einem weiteren vielversprechenden Konter blieb Franziska Diekmann hängen, dann staubte auf der anderen Seite Hannah-Marie Bachmann nach einem Pfostentreffer zum 4:1 ab (57.). Damit war es gelaufen, aber höher fiel die Niederlage nicht aus, weil sich die VfL-Frauen mit allen Kräften dagegen stemmten: „Kompliment an die Mannschaft für einen engagierten Auftritt.“

Und das in einer Besetzung, die es so nie gegeben hatte und wohl auch nie wieder geben wird. Laura Ludes, die seit Monaten nicht trainiert hat, musste im Sturm auflaufen, dazu kamen mit Vanessa Redpening und Sandra Neumeister zwei Spielerinnen von der Bank, die sonst für die VfL-Reserve in der A-Liga kicken. Weil sich Sandra Neumeister später verletzte, musste die etatmäßige Torhüterin Sarah Hauling, die wegen einer Kapselverletzung geschont wurde, in der letzten Viertelstunde im Feld auflaufen. „Unter den Umständen können wir die Niederlage einordnen“, erklärte Walter Okon, der vielmehr die positiven Eindrücke mitnehmen wollte und den Blick auf den kommenden Sonntag lenkte: Dann muss im Heimspiel gegen den Vorletzten SC Wiedenbrück unbedingt ein Sieg her. 7 Fortuna Freudenberg – VfL Billerbeck 4:1; Tore: 1:0 Laura Sophie Oerter (3.), 2:0 Stefanie Althaus (17.), 3:0 Laura Sophie Oerter (49.), 3:1 Vanessa Redpening (52.), 4:1 Hannah-Marie Bachmann (57.).

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