Fußball: Walter Okon hört am Saisonende bei den VfL-Frauen auf
Zeit für Veränderungen

Billerbeck. Leicht ist Walter Okon diese Entscheidung nicht gefallen, im Gegenteil. Denn nach insgesamt acht Jahren weiß er, woran sein Herz hängt – und doch siegt bei ihm die Vernunft. Neue Wege seien sinnvoll, sagt der 53-Jährige: „Es ist Zeit für Veränderungen für beide Seiten.“ Deshalb wird er am Saisonende sein Traineramt bei den Westfalenliga-Fußballerinnen des VfL Billerbeck abgeben.

Mittwoch, 04.12.2019, 10:47 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 10:50 Uhr
Foto: Frank Wittenberg

Im dritten Jahr in Folge zeichnet er sich für die Mannschaft verantwortlich, nachdem er schon in der Saison 2013/14 für ein Jahr das Kommando übernommen hatte. Weitere vier Spielzeiten hat sich Okon um die zweite VfL-Mannschaft gekümmert – „Walter hat sehr viel für den Frauenfußball in Billerbeck getan“, macht Matthias Heuermann (Verantwortlicher Frauenfußball) deutlich. „Wir schätzen seine Arbeit sehr, respektieren aber auch seine Entscheidung.“ Weil Okon das rechtzeitig mitgeteilt habe, laufe nun die Suche nach einem Nachfolger.

Für den scheidenden Trainer selbst richtet sich der vollständige Fokus auf einen guten Abschluss der laufenden Saison. Auf Platz sieben liegen die Billerbeckerinnen zur Winterpause, mit sechs Siegen und sechs Niederlagen bei einem Unentschieden. „Und das ganz dicht hinter Platz fünf, den wir gerne bestätigen würden“, sagt Okon, dem aber das üppige Polster nach unten viel wichtiger ist. Denn aufgrund der Konstellation in der zweiten Bundesliga und der Regionalliga müsse damit gerechnet werden, dass neben der Warendorfer SU, die zurückgezogen hat und als erster Absteiger feststeht, noch drei weitere Teams den Gang in die Landesliga antreten müssen. Platz elf wäre also der erste Abstiegsplatz – auf den beträgt der Vorsprung dank der beiden jüngsten Siege gegen SC Wiedenbrück (5:2) und beim BSV Ostbevern (4:0) stolze zwölf Punkte.

Keine Selbstverständlichkeit. Denn wegen vieler Verletzungen stellte sich die Personallage in der Hinserie häufig als sehr kritisch dar. „Deshalb bleibt es dabei: Wir müssen unsere Hausaufgaben machen“, betont der Billerbecker. „Und das ist im ersten Schritt der Klassenerhalt.“ Ein paar Punkte müssen noch her. Das Potenzial der Mannschaft sei ohnehin gut genug, wieder um den fünften Platz mitzuspielen. „Gegen die Topmannschaften war noch wenig auszurichten“, bilanziert Okon. Durchweg Niederlagen setzte es gegen die besten Fünf der Tabelle – da würden sie in der Rückrunde gerne mehr bewegen.

Könnte klappen, wenn sie vom Verletzungspech verschont bleiben. Zumal sich mit Mariella Lerche, die zuvor beim SSV Rhade gekickt hat, und Nicole Störmer nach überstandenem Kreuzbandriss zwei weitere Alternativen anbieten. Eine gute Rückserie hinlegen, dazu das heiße Eisen Kreispokal pflegen, wo sie im Viertelfinale stehen und es dort am 12. März mit der SG Coesfeld 06 zu tun bekommen, das sind die Ziele. „Den Pokal wollen wir holen“, richtet der Trainer seinen Blick voraus. „Und natürlich die jungen Spielerinnen weiterentwickeln.“

Was danach kommt? Walter Okon ist da ganz offen. „Ich mache den Trainerjob nach wie vor sehr gerne“, betont er. Wenn sich etwas ergeben sollte, dann werde er sicherlich Gespräche führen. „Und wenn nicht, ist das auch kein Drama.“ Die vielen schönen Erinnerungen an die Zeit beim VfL Billerbeck kann ihm ohnehin keiner mehr nehmen: „Zum Beispiel den Sieg im Westfalenpokal – das bleibt hängen.“

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