Junge Mannschaft, erfahrener Trainer: Die Entwicklung steht im Vordergrund
Prima Klima auf dem Helker Berg

Billerbeck. Wohin die Reise geht? Schwer einzuschätzen, sehr schwer sogar. Bewusst betätigt sich Frank Averesch nicht als Lautsprecher: viele neue und junge Spielerinnen, ein neues Trainerteam, eine Liga mit nunmehr 16 Mannschaften – alles Dinge, die eine Prognose kompliziert machen. „Ich sehe es erst einmal als Findungsjahr“, sagt Averesch vor dem Hintergrund des „Jubiläums“ zehn Jahre Westfalenliga mit dem VfL Billerbeck. Die Weiterentwicklung steht im Vordergrund, und dabei wollen sie natürlich möglichst nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

Freitag, 18.09.2020, 13:45 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 14:00 Uhr
Die Kapitänin: Lea Haverkamp (links) setzt sich mit Tempo durch. Sie soll im Mittelfeld des VfL Billerbeck die Fäden ziehen. Foto: az

Sechs neue Spielerinnen ergänzen den Kader, allein vier davon haben in der vergangenen Saison bei ihren Vereinen noch in der U 17 gekickt. Diese Youngster, von denen es noch einige mehr beim VfL gibt, sollen nun den nächsten Schritt machen. „Sie sollen sich zu Stammspielerinnen entwickeln können“, betont Frank Averesch, der auf eine Besonderheit im Frauenfußball hinweist: „Es gibt ja keine A-Jugend.“ Junge Spieler hat er in den 32 Jahren seiner Trainertätigkeit schon reichlich in seine Mannschaften eingebaut. Aber so jung? „Jetzt muss ich 17-Jährige in die Westfalenliga bringen“, weiß er um seine Aufgabe, auf die er sich riesig freut. „Aber wir dürfen uns auch nicht verrückt machen, wenn sich der Erfolg nicht direkt einstellt.“ Den Weg, auch aus dem eigenen Nachwuchsbereich des VfL immer wieder Talente zu integrieren, will er sehr gerne mitgehen.

An der Größe des Kaders soll es nicht scheitern. Wo Vorgänger Walter Okon, dem Averesch eine hervorragende Arbeit bescheinigt, aus Personalmangel oft improvisieren musste, sollen jetzt auch Ausfälle besser aufgefangen werden. Deshalb sechs Neuzugänge, dazu noch mit Mariella Lerche, Pauline Hövener und Maria Dörken drei Spielerinnen, die im vergangenen Winter zum Team gestoßen sind, das macht es deutlich komfortabler. „Nur auf der Torwartposition darf nicht viel passieren“, weiß der Trainer um die dünne Besetzung, denn Nadine Tigges, die als Backup für Sarah Hauling eingeplant ist, kann berufsbedingt nur sporadisch unterstützen. „Sonst greifen wir auf die U 17 zurück, wo es zwei gute Torhüterinnen gibt“, freut er sich über den kurzen Draht zu den Trainern Betty Anane und Frank Bergmann. Auch Feldspielerin Maja Bergmann ist bereits zur Frühseniorin erklärt und könnte mithelfen. Denn die Saison ist lang mit 30 Meisterschaftsspielen sowie dem Kreispokal und dem Westfalenpokal, wo die Billerbeckerinnen vertreten sind.

Sie wollen es angehen, mit Geduld und dem geballten Fachwissen. Frank Averesch ist froh, dass er neben Torwarttrainer Joachim Reker und Physiotherapeutin Milena Bergmann auch auf Daniel Richter als Co-Trainer setzen kann. „Ein toller Mensch, wir ergänzen uns gut“, sagt der 55-Jährige über den Osterwicker. „Wie Pat und Patachon.“

Dass er selbst nach so vielen Jahren im Trainergeschäft erstmals eine Frauenmannschaft übernimmt, hat hier und da Verwunderung ausgelöst, das gibt er zu. Aber die ersten Wochen hätten gezeigt, wie richtig er mit seiner Entscheidung liege. „Die Mannschaft zieht super mit und ist sehr lernwillig“, lächelt der Coesfelder. „Ich fühle mich pudelwohl.“ Beste Voraussetzungen, um mit seinem Trainerteam den Spaß zu vermitteln. „Die Spielerinnen sollen gerne zum Training kommen, dann haben wir alles richtig gemacht.“ Noch kann er die Westfalenliga nur schwer einschätzen – aber eine Erkenntnis hat sich bei Frank Averesch schon gefestigt: „Wir haben eine sehr gute Stimmung im Team.“ Prima Klima auf dem Helker Berg.

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