Fußball: Yannick Gieseler verlässt den VfL im Sommer und übernimmt GW Nottuln
Zwischen Wehmut und Vorfreude

Billerbeck. Seine Jungs nicht im persönlichen Gespräch informieren zu können, macht die Sache noch schwieriger. „Das ist doof und tut mir auch leid“, bedauert Yannick Gieseler – noch so ein Problem, das die Corona-Pandemie mit sich bringt. Dabei fällt ihm dieser Schritt weg vom Helker Berg ohnehin nicht leicht. Aber der Reiz der großen Herausforderung praktisch vor der eigenen Haustür ist groß: Der 36-Jährige wird im Sommer den VfL Billerbeck verlassen und neuer Trainer beim Westfalenligisten GW Nottuln.

Freitag, 20.11.2020, 07:15 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 07:20 Uhr
Zwei, die sich auch privat hervorragend verstehen – die sportlichen Wege von Yannick Gieseler (links) und Philipp Daldrup werden sich im Sommer aber trennen, denn der Trainer heuert bei GW Nottuln an. Fotos: fw Foto: az

Zwei Klassen höher spielt sein künftiger Club, in der Hoffnung, dass es auch nach der ungewöhnlichen Saison 2020/21, deren Verlauf aktuell sehr ungewiss ist, so bleibt. Aber nicht nur diese sportliche Herausforderung hat Gieseler in seiner Entscheidung für die Nottulner beeinflusst. „Die Rahmenbedingungen in diesem Verein sind sehr gut“, verweist er auf eine engagierte „Mannschaft hinter der Mannschaft“. Zudem biete die Zusammensetzung des Kaders viel Potenzial. „Es gibt einige erfahrene Spieler, aber auch viele junge Leute und Talente“, erklärt er. „Da lässt sich eine Menge entwickeln, und das macht es unheimlich interessant.“ Auch auf die Zusammenarbeit mit Dirk Nottebaum, dem aktuellen Co-Trainer und künftigen Teammanager in Nottuln, freue er sich.

Leicht gemacht hat er sich die Sache nicht. Denn Fakt ist: Yannick Gieseler fühlt sich restlos wohl in Billerbeck, in der Arbeit mit der Mannschaft und im Zusammenspiel mit seinen beiden Co-Trainern Philipp Daldrup und Steffen Schudy. Es passe einfach hervorragend, auch die Entwicklung des Teams verlaufe sehr positiv. „Das bereitet mir viel Freude“, betont er. „Und wir werden hoffentlich bis zum Sommer noch schöne Momente haben.“

Zur neuen Saison 2021/22 folgt er seinem fünfjährigen Sohn Maximilian, der bereits das Trikot von GW Nottuln trägt und bei den Minikickern mitmischt. Denn für Gieseler wird das künftig ein Heimspiel: Gemeinsam mit seiner Frau Carolin sowie den Kindern Maximilian und Charlotte (3) hat er im Sommer das neue Eigenheim in Nottuln bezogen. „Ich bin in wenigen Minuten mit dem Fahrrad am Sportgelände“, verweist der Filialleiter Hiltrup der Volksbank Münsterland Nord auf die räumliche Nähe zu seinem künftigen Club. Das fängt den höheren zeitlichen Aufwand ein wenig auf, den die Arbeit für einen Westfalenligisten mit sich bringt. Weitere Auswärtsfahrten, aber auch drei Trainingseinheiten in der Woche und damit eine mehr als bisher in Billerbeck. „Meine Frau kennt das ja aus meiner aktiven Zeit“, zuckt der frühere Regionalliga-Spieler mit den Schultern. Auch vor dem Umzug nach Nottuln sei die Fahrerei von Wolbeck nach Billerbeck immer sehr umfangreich gewesen.

Bevor es für Yannick Gieseler in die Westfalenliga geht, will er den eingeschlagenen Weg beim VfL fortführen. Platz drei in der Bezirksliga lautet die Zwischenbilanz, verbunden mit der besten Offensive der Liga – daran wollen sie anknüpfen, wenn die Saison irgendwann fortgesetzt werden kann. Vor März rechnet der 36-Jährige nicht damit. Folglich werde wohl eher im Vordergrund stehen, dann die fehlenden Spiele der Hinrunde zu absolvieren und eine Wertung der Saison hinzubekommen. Wie auch immer, auf die kommenden Monate am Helker Berg freut er sich riesig. „Da stehen noch Heimspiele gegen DJK Coesfeld und Vorwärts Epe an“, blickt er voraus. „Und das Pokal-Viertelfinale gegen Eintracht Ahaus.“ Schöne Aussichten auf interessante Partien mit seiner VfL-Mannschaft, die ihm sehr ans Herz gewachsen ist.

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