Fußball: Christian Reisener übernimmt den B-Ligisten SW Beerlage
Rückkehr nach einem Jahrzehnt

Beerlage. Die beiden Spielzeiten haben sie noch in sehr guter Erinnerung. „So weit oben in der Tabelle wie damals waren wir selten“, sagt Philipp Mersmann. Grund genug, noch einmal auf den Mann zuzugehen, der vor genau einem Jahrzehnt verantwortlich für den Höhenflug war. Und der tritt gerne seine zweite Amtszeit beim B-Ligisten SW Beerlage an: Christian Reisener, der von 2009 bis 2011 das Kommando in Holthausen übernommen hat, wird in der neuen Saison die Nachfolge des scheidenden Trainers Andreas Medding antreten.

Freitag, 26.02.2021, 07:45 Uhr aktualisiert: 26.02.2021, 07:50 Uhr
Foto: Frank Wittenberg

Von der Westfalenliga in die B-Liga – klingt etwas abwegig, aber als ihn der Anruf des Fußball-Abteilungsleiters erreichte, fand Reisener die Idee gleich spannend. „Ich kenne den Verein und das Umfeld und weiß, dass es sich auf der Beerlage gut arbeiten lässt“, erklärt der 40-Jährige, der aktuell für die Frauenfußballerinnen von Borussia Emsdetten verantwortlich ist. Die sind im vergangenen Sommer in die Westfalenliga aufgestiegen, wo sie als Ligakonkurrent des VfL Billerbeck nach sechs Spielen mit ausgeglichener Bilanz und neun Punkten auf Platz sieben stehen. „Das ist eine tolle Mannschaft, und ich hätte auch gerne in Emsdetten weitergemacht“, betont Reisener. Allerdings sei der Aufwand sehr groß: „Ich verbringe einfach zu viel Zeit im Auto.“

Denn für Christian Reisener, der mit seiner Partnerin in Schöppingen wohnt, stehen ja nicht nur die Trainingseinheiten und Heimspiele im Kalender. „Gerade die Auswärtsfahrten sind in der Westfalenliga extrem zeitaufwendig“, erklärt er. „Da geht teilweise der gesamte Sonntag drauf.“ Das wird sich für den Lehrer für Deutsch und Sport am Gymnasium Mariengarden in Borken-Burlo, zu dem ein Weg auch schon 40 Minuten Fahrzeit in Anspruch nimmt, künftig etwas überschaubarer.

Hinzu kommt die gute Erfahrung aus seiner ersten Amtszeit. „Die ist beiden Seiten in sehr guter Erinnerung geblieben“, sagt Philipp Mersmann. „Wir freuen uns sehr, dass es uns in diesen schwierigen Zeiten gelungen ist, einen so hochkarätigen Trainer für die nächste Saison zu gewinnen.“ Und das in einer Situation, in der es wegen der andauernden Corona-Zwangspause gar nicht möglich sei, die Mannschaft mal bei einem Spiel oder im Training unter die Lupe zu nehmen.

Aber die Verantwortlichen der Fußballabteilung um Mersmann haben gute Arbeit geleistet: „Nachdem auch der Trainer unserer zweiten Mannschaft, „Charlie“ Tran van Ranh, zugesagt hat, sind alle Personalentscheidungen im Seniorenbereich geklärt und wir sind gut gerüstet.“

Gut gerüstet für seine neue Aufgabe sieht sich auch Christian Reisener. „Irgendwie fühle ich mich schon wie ein alter Hase“, lächelt der 40-Jährige, der schon mit Mitte 20 verantwortlich im Seniorenbereich tätig war. Nach seinem Einstieg im Jugendbereich von SF Merfeld hatte er die Landesliga-Damen des VfL Billerbeck übernommen und gleichzeitig die D-Junioren von Preußen Münster trainiert. Bei SW Beerlage wagte er 2009 den Einstieg in den Männerbereich, schaffte mit dem Team in der ersten Spielzeit Rang neun in der B-Liga und in der Saison 2010/11 sogar Platz drei. Anschließend folgten Engagements beim A-Ligisten Adler Buldern II und bei den Westfalenliga-Damen des FC Oeding, ehe Reisener fünf Jahre lang als Jugendkoordinator bei der DJK Coesfeld tätig war. Beim A-Ligisten TSG Dülmen II folgte die Rückkehr in den Trainerjob, ehe er die Emsdettener Frauen übernahm.

Und künftig wieder Beerlage. Christian Reisener freut sich auf die Rückkehr, auch wenn das Team mitten im Umbruch steckt. „Christian Kalvelage und Manuel Wigger kenne ich noch von damals, sonst hat die Mannschaft mittlerweile ein ganz anderes Gesicht.“ Insgesamt wede eine sehr junge Truppe auf dem Feld stehen, zu der ab dem Sommer auch drei aktuelle A-Jugendliche gehören, blickt Philipp Mersmann voraus: „Christian bringt alles mit, um die Jungs weiterzuentwickeln.“ Ob es wieder Richtung Spitzengruppe geht, nein, so vermessen sind sie nicht, das als klares Ziel auszugeben. „Erstmal mit unten nichts zu tun haben“, gibt sich der neue Trainer bescheiden. „Im Vordergrund steht, aus vielen jungen Spielern eine Mannschaft zu formen.“

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