Coesfeld
„Der größte Erfolg meiner Karriere“

Coesfeld (ps). Mit dem Abstand von einigen Tagen verdrängt der Stolz über das Geleistete so langsam die Enttäuschung vom verlorenen Finale am Pfingstmontag bei der Europameisterschaft der U 17-Juniorinnen in Litauen. „Natürlich bin ich noch immer tief enttäuscht über die Niederlage. Ein Finale verliert keiner gern – und erst recht nicht bei der Europameisterschaft“, so Anna Aehling mit traurigem Blick.

Samstag, 26.05.2018, 06:20 Uhr

Großes Hallo: Anna Aehling staunte nicht schlecht, als die Eltern, Papa Christoph und Mama Monika, plötzlich in Litauen auftauchten. Passend zum Finale der U 17-Europameisterschaft waren sie aus Coesfeld angereist. Foto: az

„Aber beim Sport muss man auch verlieren können, und Spanien war an diesem Tag einfach ein bisschen besser. Man muss das ganze Turnier und die gesamte Zeit in Litauen betrachten – da können wir stolz darauf sein, was wir mit dem Team erreicht haben“, blickt Anna Aehling schon wieder mit deutlich freundlicherer Miene zurück auf die vergangenen gut zwei Wochen in Litauen.

Am Samstag vor dem Finale gab es noch eine ganz besondere Überraschung. Mutter Monika und Vater Christoph buchten am Freitag nach dem Halbfinalsieg gegen die Engländerinnen kurzerhand Flüge nach Litauen und überraschten ihre Tochter abends im Mannschaftshotel. „Ich wusste gar nicht, wie mir geschah, auf einmal standen Mama und Papa im Hotel“, war sie total begeistert über den spontanen Besuch. „Wir wollten beim Finale unbedingt live dabei sein und unserer Tochter sowie der ganzen Mannschaft die Daumen drücken. Leider hat es nicht zum Sieg gereicht. Wir sind trotzdem unglaublich stolz darauf, was Anna und die Mädels in Litauen geleistet haben“, so ihre Eltern.

Im Verlauf des Turniers war alles dabei. In den ersten beiden Gruppenspielen kam die U 17 jeweils nach Rückstand zurück und bewies große Moral (2:1-Sieg nach 0:1-Rückstand gegen Finnland, 2:2-Unentschieden nach 0:2-Rückstand gegen die Niederlande).

Im entscheidenden Gruppenspiel folgte dann ein klares 8:0 gegen die Gastgeberinnen aus Litauen, was gleichbedeutend mit dem Halbfinaleinzug war. Hier folgte dann sicherlich das Highlight des Turniers. Das Team spielte sich in einen Rausch und besiegte die Engländerinnen ebenfalls mit 8:0. Durch diesen Erfolg war den Mädels das Finalticket und vor allem die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Uruguay bereits sicher.

Zweikampfstark, technisch sauber und blitzschnell im Spiel nach vorne, das war der Matchplan, der gegen England hervorragend funktionierte. So wollten sie natürlich auch im Finale gegen Spanien auftreten. Nach einer größtenteils ausgeglichenen ersten Halbzeit mit etwas besseren Torchancen für Deutschland ging es torlos mit 0:0 in die Pause.

In der zweiten Hälfte wurde Spanien immer stärker, ließ den Deutschen durch ihr körperbetontes Spiel kaum noch Räume für ihr gefürchtetes Offensivspiel und gewann schlussendlich verdient mit 2:0.

„Nach meiner schweren Verletzung vor 18 Monaten habe ich sicher nicht damit gerechnet, in diesem Jahr bei der U 17-Europameisterschaft mitspielen zu können, geschweige denn im Finale zu stehen. Dass ich auch noch alle fünf Partien über die volle Distanz auf dem Platz stehen konnte und durfte, ist einfach unglaublich. Die Erfahrung, sich mit den besten Spielerinnen Europas meines Jahrgangs zu messen, nimmt mir niemand mehr“, freut sich Anna Aehling über das, was sie in den vergangenen Wochen erlebt und geleistet hat.

„Jetzt genieße ich erst einmal ein paar freie Tage zu Hause bei meinen Eltern, bevor es zurück ins Internat nach Kaiserau geht. Ab nächste Woche wird dann wieder auf dem Platz Gas gegeben, damit ich mich bei unserer Trainerin für eine Nominierung zur Weltmeisterschaft im November empfehlen kann. Hier hat nämlich niemand, nur weil man bei der EM dabei war, einen Freifahrtschein. Das ist jetzt mein nächstes großes Ziel, und dafür werde ich alles geben“, so Anna Aehling abschließend schon wieder voller Tatendrang.

In Uruguay könnte sie mit der U 17 erneut auf Spanien treffen, und das Nationalteam hätte die Chance, sich für die bittere Finalniederlage zu revanchieren.

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