Coesfeld
Anika Fels rennt Marathon-Bestzeit

Coesfeld. Berlin 2018! An einem geschichtsträchtigen Ort erleben Millionen von Zuschauern vor Ort an der Strecke oder zuhause an den Bildschirmen zwei sporthistorische Stunden. Alle sind sich einig. „Dieser Marathonlauf wird in die Leichtathletik-Geschichtsbücher eingehen!“ Bei seinem Weltrekordrennen (2:01:39 Stunden) fasziniert der Kenianer Eliud Kipchoge mit seinem federleichten Laufschritt und einem immer wiederkehrenden Lächeln im Gesicht.

Mittwoch, 19.09.2018, 05:43 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.09.2018, 17:49 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 19.09.2018, 05:43 Uhr
Auf der Überholspur: Anika Fels (Nr. 17865) beim Berlin-Marathon. Foto: az

Der 33-Jährige bezeichnet sich als glücklicher Mensch, der in jedem Rennen Bestzeit laufen möchte und auf ein harmonisch familiäres Umfeld bauen kann. Das sind beste Eigenschaften und Voraussetzungen, um Außergewöhnliches zu leisten.

Dass diese allerdings nicht nur für den Spitzensportler Kipchoge gelten, sondern auch auf eine ambitionierte Hobbyläuferin zutreffen können, stellt Anika Fels im gleichen Rennen eindrucksvoll unter Beweis. Denn keine Stunde nach dem Olympiasieger von 2016 eilt die 22-Jährige durch das Brandenburger Tor und erreicht in sensationellen 2:59:24 Stunden das Ziel.

In der Gesamtwertung bedeutet das Platz 104 bei den Frauen, im Feld der sage und schreibe 44.000 Teilnehmer eine herausragende Platzierung.

Was war geschehen: Couragiert startete Anika Fels in ihren dritten Marathon, im Gegensatz zu Eliud Kipchoge allerdings ohne Pacemaker. Bis Kilometer 30 wählte sie die Überholspur, ließ Läufer für Läufer hinter sich und hatte die Drei- Stunden-Marke stets im Visier. Leichtfüßig und freudestrahlend durchquerte sie die Hauptstadt, auch wenn es gut drei Kilometer vor dem Ziel merklich schwerer wurde. Angefeuert von Mama Lisa und Bruder Sven packte sie noch einmal ihr Kämpferherz aus, ließ sich von Sven etwa 700 Meter vor dem Ziel ein weiteres Mal pushen, um sich dann von den vielen Zuschauern ins Ziel tragen zu lassen.

Überglücklich, ihren bisherigen Rekord um mehr als zwölf Minuten gesteigert zu haben, wartete Anika Fels freudetrunken mit einem Becher Wasser auf ihren LG-Kollegen Sebastian Bückers und auf Papa Hubert.

Beide waren mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen an den Start gegangen. Debütant Sebastian Bückers spulte sein Programm konstant herunter, genoss die tolle Atmosphäre und befand kurz vor dem Ziel: „Alles im Soll!“ Mehr als das: In 3:28:54 Stunden feierte er beim größten deutschen Marathonlauf eine überzeugende Premiere. Der zweifache Familienvater hatte sich gewissenhaft vorbereitet und wurde dafür nun reichlich belohnt.

Hubert Fels, von Haus aus ein „Genussläufer“, war sich vor dem Start nicht ganz sicher, ob ihm das „Marathonmenü“ über 42,195 km auch diesmal schmecken würde. Ein Mittelfußbruch hatte ihn im Frühling mattgesetzt, so dass während der Vorbereitung „ein paar alternative Trainingsrezepte“ zum Einsatz kamen. Diese sollten sich als durchaus bekömmlich erweisen. Nach 4:13:21 Stunden hatte er es geschafft.

Auch die Frage nach dem Fuß war schnell beantwortet. Der war genauso satt wie der restliche Körper, machte aber Gott sei Dank keine Probleme. „Wohl bekomms!“

Anschließend war sich das Trio einig: „Der 16. September 2018 wird uns immer in besonderer Erinnerung bleiben – auch dank Eliud Kipchoge!“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6063163?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947821%2F
Krähen zieht es in die City
Krähen gelten als Allesfresser. Nach Schätzungen der Verwaltung leben im Stadtgebiet mehrere Tausend Vögel dieser Art. Zuletzt wurden innerhalb eines Jahres 1700 Vögel geschossen.
Nachrichten-Ticker