Coesfeld
Derbysieger ohne großes Spektakel

Coesfeld. Rasse, Klasse, Emotionen, prickelnde Derbystimmung – wäre schön gewesen, gehörte aber nun wirklich nicht zur Charakteristik dieses Spiels. Denn zu eindeutig waren die Kräfteverhältnisse. „Wir sind vom Kopf her überhaupt nicht da“, zuckte Denis Koopmann mit den Schultern. „Das war mal wieder viel zu wenig.“ Längst nicht genug, um den Ortsrivalen SG Coesfeld 06 ernsthaft zu fordern: Mit der 0:4-Heimniederlage ist die DJK Coesfeld-VBRS II dem Abstieg in die B-Liga wieder ein Stück näher gerückt.

Sonntag, 31.03.2019, 19:31 Uhr aktualisiert: 01.04.2019, 10:38 Uhr
Der Doppelpacker: Cedric Schürmann scheiterte mit dieser Chance an DJK/VBRS-Keeper Tim Herbstmann, leitete aber mit zwei Toren den Derbysieg der SG 06 ein. Foto: Frank Wittenberg

Die drei Punkte nahm er gerne mit, und dass sein Team kein Feuerwerk abgebrannt hatte, damit konnte Dirk Lowak leben. „Wichtig war, hinten die Null zu halten“, erklärte der Co-Trainer der SG 06. „Deswegen haben wir nicht mit aller Konsequenz nach vorne gespielt.“ Wobei die Beobachter jederzeit das Gefühl hatten, dass die SG bei Bedarf noch ein bis zwei Schippen hätte draufpacken können.

Das Bemühen der DJK-Reserve, die Partie möglichst lange offen zu halten, bekam bereits nach nur vier Minuten einen fetten Dämpfer: Gefühlte Ewigkeiten war die Flanke aus dem Halbfeld von Lucas Jacobs unterwegs, und umso mehr dürfte sich Cedric Schürmann gewundert haben, wie frei er aus sechs Metern einköpfen konnte. „Ceddie“, in den vergangenen Wochen meist in der Defensive eingesetzt, war gestern mal wieder in den Sturm gerückt und dankte es blitzschnell.

In der Folge passierte nicht allzu viel auf dem Feld. Die SG ging es mit der Führung im Rücken kontrolliert an, der DJK-VBRS fehlte es an Durchschlagskraft. Zwei Chancen gab es dennoch: Erst scheiterte Simon Brück nach Doppelpass mit Johannes Hähner an Marcel Wulfert (26.), dann zielte Hähner nach einem langen Ball von Max Kiffmeyer vorbei (39.). Wie es besser geht, zeigte Cedric Schürmann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Nach Vorarbeit von Tim Croner legte er aus spitzem Winkel mit Unterstützung des Innenpfostens das 0:2 nach.

Die frühzeitige Entscheidung? Wer noch gezweifelt hatte, wurde spätestens nach 30 Sekunden im zweiten Durchgang belehrt: Langer Pass von Lucas Jacobs auf Jannis Pier, der das lange Eck anvisierte und zum 0:3 vollendete – das Derby war gelaufen. „Leider brauchten wir trotzdem in einigen Situationen das Glück“, dachte Dirk Lowak unter anderem an die Möglichkeit von Jens Paas, der aus kurzer Distanz in die Arme von Marcel Wulfert köpfte (64.). „Wir hatten ein paar Chancen, aber erst, als es schon zu spät war“, ärgerte sich Koopmann.

Und es kam noch schlimmer, denn nach einem Lattentreffer von Mika Rotthäuser (67.) legte die SG in der 90. Minute noch einen schönen Treffer nach: Tim Püttmann erkämpfte sich den Ball, legte quer auf Tim Croner, der wiederum Lucas Jacobs bediente – sein 29. Saisontor zum 0:4 war der Schlusspunkt unter ein Spiel, in dem die DJK’ler nie als Sieger in Betracht kamen. „Wir spielen nur den Stiefel runter“, schüttelte Denis Koopmann den Kopf. „Da fehlt der Wille, sich gegen die Tabellensituation zu wehren!“ 7 DJK Coesfeld-VBRS II – SG Coesfeld 06 0:4; Tore: 0:1 und 0:2 Cedric Schürmann (4., 45.+1), 0:3 Jannis Pier (46.), 0:4 Lucas Jacobs (90.).

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